Mahmoud TG.
et al.
Correlates of Successful Rheumatoid Arthritis Flare Management: Clinician-driven
Treatment, Home-based Strategies, and Medication Change.
J Rheumatol 2020;
47: 333-340
Die Autorinnen und Autoren werteten dazu Daten des BRASS-Registers (Brigham and
Women’s Hospital Rheumatoid Arthritis Sequential Study) aus. Die
Studienteilnehmer wurden jährlich klinisch untersucht und beantworteten
einen Fragenbogen in dem Patient Reported Outcomes (PROs) erfasst wurden, darunter
eine Likert-Skala zur Bewertung der Symptome nach einem Schub (besser,
unverändert oder schlechter). Mittels logistischer Regressionsanalyse, unter
Verknüpfung von Alter, Geschlecht, Anzahl der Rheumaschübe in den
letzten 6 Monaten, Schweregrad der Schmerzen, Behandlung zu Hause, Einbeziehung
einer klinischen Beratung und Änderungen der Medikamenteneinnahme, wurden
Parameter bewertet, die das Ergebnis nach einem Schub beeinflussen.
Von 503 Patientinnen und Patienten, die die Untersuchung abgeschlossen hatten,
berichteten 185 über mindestens einen Schub, der in den letzten 6 Monaten
abgeklungen war, mit einem mittleren DAS28 Score von 2,1 (1,7–2,8). Die
meisten Teilnehmer waren weiblich (86%), durchschnittlich 58,5±13,5
Jahre alt und litten median 15 (9–24) Jahre an ihrer Erkrankung. Eine
seropositive, rheumatoide Arthritis (RA) hatten 76% der Patientinnen und
Patienten. Der Schmerzschweregrad des letzten Schubs erreichte median einen Wert von
7 (5–8) und dauerte 1–3 Tage an.
Im Vergleich zu RA-Symptomen vor dem Auftreten des Rheumaschubs fühlten sich
22 (12%) der Patientinnen und Patienten danach schlechter, 125 (68%)
unverändert und 38 (20%) fühlten sich besser. Von diesen
Patientinnen und Patienten verwendeten 72% Hausmittel, um die
Rheumaschübe zu bewältigen, 23% suchten nach klinischer
Beratung und 56% (n=103) nahmen Änderungen an der
Medikamenteneinnahme vor. Von den 103 Patientinnen und Patienten, die die
Medikamente wechselten, taten 70% dies, ohne einen Arzt zu konsultieren.
Dabei veränderten 50 Patientinnen und Patienten das NAISD-Therapieregime,
indem 16 Personen die Dosis erhöhten und 34 weitere neue NAISD einnahmen.
Die Kortikosteroiddosis veränderten 28 Patientinnen und Patienten, wobei 7
die Dosis erhöhten und 21 erstmals Kortikosteroide einnahmen. Die Behandlung
mit DMARDs änderten 22 Patientinnen und Patienten, wobei 12 die Dosis
erhöhten und 10 mindestens 1 weiteres DMARD ergänzten.
Insgesamt waren Medikamentenänderung (OR 3,48, 95% KI
1,68–7,21) und geringere Schub-Schmerzen (OR 0,83, 95% KI
0,71–0,97) mit einem besseren Ergebnis nach dem Schub verbunden.
Rheumaschübe treten häufig auch bei geringer
Krankheitsaktivität auf. Medikamentenänderung und weniger starke
Schmerzen während des Schubs waren dabei mit einem besseren Ergebnis
danach assoziiert. Die Anpassung der Medikamenteneinnahme erfolgte
häufig ohne ärztliche Empfehlung. Daher sollte, so die
Autorinnen und Autoren, in künftigen Studien geklärt werden, wie
bei Schüben am besten eingegriffen werden kann, und welche Folgen die
vom Patienten selbstständig ausgeführte Änderungen des
Medikamentenregimes hat.
Richard Kessing, Zeiskam