Allgemeinmedizin up2date 2021; 02(02): 135-151
DOI: 10.1055/a-1199-2200
Symptome – Syndrome

Leitsymptom „Rotes Auge“ in der Allgemeinmedizin: viel mehr als Konjunktivitis!

Andreas Klement
,
Jörg Mielke
,
Hans-Gert Struck

Sucht ein Patient mit rotem Auge Ihre Praxis auf, ist es nicht zwingend erforderlich, dass Sie als Hausarzt eine wissenschaftlich präzise Diagnose stellen. Denn Ihre wichtigste Überlegung sollte sein, ob hier eventuell eine Erkrankung mit einem abwendbar gefährlichen Verlauf vorliegt. Wann „watch and wait“ möglich und wann eine sofortige Überweisung oder Einweisung in eine Augenklinik nötig ist, zeigt dieser Beitrag.

Kernaussagen
  • Das rote Auge ist ein häufiger Beratungsanlass in der Allgemeinmedizin mit relativ selten auftretenden abwendbar gefährlichen Verläufen, die dann aber eine dringliche augenärztliche Weiterbehandlung erfordern.

  • Die wichtigsten Red Flags beim roten Auge können mit einer gezielten Anamnestik und einer ophthalmologischen Basisuntersuchung mit einfachsten Mitteln erkannt werden.

  • Der Gebrauch von Checklisten zu Anamnestik und Diagnostik erhöht die Patientensicherheit und die diagnostische Effektivität.

  • Nach Ausschluss von Red Flags ist eine symptomatische (Erst-)Behandlung von roten Augen einfach und sicher in der Allgemeinmedizin möglich.

  • Wenn keine Überweisung in die Augenklinik oder zum Augenarzt erfolgt, sollte der Patient über die wichtigsten Gründe für eine Wiedervorstellung bzw. Vorstellung in der spezialisierten Versorgung aufgeklärt (und dies dokumentiert) werden: anhaltende Beschwerden oder Verschlechterung trotz Therapie, stärkere Augenschmerzen und/oder Sehstörungen.



Publication History

Article published online:
14 May 2021

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