Anlässlich des 7. Weltthrombosetages am 13.10.2020 veranstaltete das Aktionsbündnis
Thrombose eine virtuelle Podiumsdiskussion, um die Entwicklung der medikamentösen
Kontrazeption in den letzten 60 Jahren und das Thromboserisiko unter hormoneller Kontrazeption
zu diskutieren. Unter professioneller Moderation des Journalisten Henning Quanz wurden
erstmalig der WTT und die bewährte Podiumsdiskussion als Streaming-Format ins Netz
gestellt. Eingeleitet mit einer Befragung von Passanten auf der Straße zu ihrer Einstellung
zur und Erfahrung mit der Pille diskutierten die Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Rupert
Bauersachs, Darmstadt, und Prof. Petra Stute, Bern, im Studio mit den zugeschalteten
Teilnehmern Prof. Ludwig Kiesel, Münster, Dr. Susanne Hampel, Berlin, Dr. Hannelore
Rott, Duisburg, und PD Dr. Mareike Lankeit, Berlin. Seit 1963 sei bekannt, dass Zusammenhänge
zwischen Hormonen und Thromboembolien beständen. In den aktuellen Leitlinien zur hormonellen
Empfängnisverhütung werde erneut darauf hingewiesen, dass Gestagen-Monopräparate in
der Verordnung bevorzugt werden sollen und dass vor der Verordnung die Frauen ausführlich
über die Risiken des „Medikaments Pille“ aufzuklären seien. Ferner wurde darauf hingewiesen,
dass die Symptome einer Thrombose oder Lungenembolie von den Pillenanwenderinnen,
aber auch von den involvierten Ärzten/Ärztinnen häufig ignoriert und zu spät erkannt
würden mit fatalen Folgen für die Betroffenen. Auch hier wurde Aufklärungsbedarf gesehen.
Einigkeit bestand beim Podium wie auch bei den befragten Passanten dahingehend, dass
die Zulassung der „Pille“ vor 60 Jahren, trotz aller Kritik, für die Frauen und ihre
Selbstbestimmung ein Segen war.
Als Abschluss der Veranstaltung ließ es sich der virtuelle Rudolf Virchow nicht nehmen,
dem diesjährigen Virchow-Preisträger Prof. Frederikus Klok aus den Niederlanden zu
dem mit 5000 € dotierten Preis zu gratulieren. Prof. Klok wurde ausgezeichnet für
seine frühzeitigen Forschungsarbeiten zur erhöhten Gerinnungsaktivierung von COVID-19,
den dadurch vermehrt auftretenden thromboembolischen Ereignissen bei COVID-19-Patienten
und einer damit erforderlichen Anpassung der Thromboseprophylaxe bei diesen Patienten.
Das Streaming-Format hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass das Aktionsbündnis
durchaus in Erwägung ziehen wird, in der Zukunft dabei zu bleiben.
Dr. Jutta Schimmelpfennig
AG Thrombose DGP
Aktionsbündnis Thrombose
Verantwortlich für Mitteilungen der DGP:
Dr. med. Erika Mendoza