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DOI: 10.1055/a-1463-6777
Studie spricht für verkürzte Screening-Intervalle
Chirurgisch behandelte Plattenepithelkarzinome der Haut haben eine exzellente Prognose. Das Risiko für weitere Hauttumoren ist aber gesteigert. Die retrospektive Studie ergab die Häufigkeit von Folgekarzinomen, assoziierte Risikofaktoren und das Zeitintervall bis zur erneuten Diagnose.
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Kutane Plattenepithelkarzinome (cSCC) sind sehr häufig. Postoperativ sind viele Patienten geheilt. Das Risiko für eine Fernmetastasierung beträgt insgesamt 2–3 % und ist damit vergleichsweise gering. Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf sind eine Tumordicke > 6 mm, ein Karzinomdurchmesser > 2 cm, eine Fett- und perineurale Invasion, schlechte Differenzierung, lymphovaskuläre Invasion, Oberlippenlokalisation und Immunsuppression. Über mögliche Risikokonstellationen für Folgekarzinome mit gleicher Histologie ist weniger bekannt. Deshalb untersuchte die Arbeitsgruppe retrospektive die Daten von Patienten mit einem Index- und Folge-cSCC aus einem Zeitraum von 2 Jahren. Voraussetzungen war ein Intervall ≥ 2 Monate zwischen den Diagnosen.
Im Originaldatenset waren 1248 Patienten, von denen 399 ein Folgekarzinom bekamen (31,97 %). Bei 299 Erkrankten waren alle Aufnahmekriterien (vollständige Tumordaten, Rauchgewohnheiten, ≥ 2 Monate zwischen Index- und Folgekarzinom) erfüllt. Das Alter betrug median 70,8 Jahre, 62,9 % waren Männer und 61,5 % rauchten. In 26,4 % der Fälle bestand eine Immunsuppression. Bis zur erneuten Karzinomdiagnose vergingen median 2 Jahre. Der Tumordurchmesser betrug im Mittel 1,2 cm und 71,2 % der Folge-cSCC waren gut differenziert. 81,9 % befanden sich im T1-Stadium. Etwa die Hälfte der cSCC war im Kopf-Hals-Bereich lokalisiert. Die Folgetumoren traten überwiegend im gleichen Körperareal auf wie die Indextumoren. Die Autoren identifizierten 3 signifikante Risikofaktoren für Folge-cSCC:
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Alter bei der Erstdiagnose HR 1,02 (95 %-KI 1,004–1,027; p = 0,008),
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AJCC-Stadium T2 HR 1,66 (95 %-KI 1,07–2,57; p = 0,025) und
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geringer Differenzierungsgrad.
Pro Jahr höheres Lebensalter bei der Indexdiagnose nahm das Risiko für ein Folgekarzinom um 2 % zu. Bei den Intervallen zwischen Erst- und Folgediagnose zeigte sich, dass eine langfristige Nachsorge notwendig ist. Die erneuten cSCC traten innerhalb von
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6 Monaten bei 18,06 %,
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1 Jahr bei 31,77 %,
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3 Jahren bei 67,56 % und
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5 Jahren bei 87,96 % auf.
Die Daten sprächen für eine mindestens 5-jährige Nachsorge mit gesteigerter Screening-Frequenz, so die Autoren. Insbesondere Ältere und Patienten mit einem fortgeschrittenen oder aggressiven cSCC sollten sich häufiger untersuchen lassen. Dies sei bei Immunsupprimierten öfter der Fall. Das männliche Geschlecht prädisponierte nicht zu Folgekarzinomen.
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Dr. med. Susanne Krome, Melle
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Publication History
Article published online:
09 June 2021
© 2021. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
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