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DOI: 10.1055/a-1651-1717
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V.
- Ethischer Kodex Tabakindustrie
- Nachhaltige Post-COVID-Nachsorge für die Pneumologie
- State of the art Pneumologie
Ethischer Kodex Tabakindustrie
am 31. Mai 2021 von Vorstand und wissenschaftlichem Beirat verabschiedet
Ethischer Kodex der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zum Verhalten gegenüber der Tabakindustrie
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) ist sich ihrer besonderen Verantwortung als wissenschaftliche Fachgesellschaft des am meisten durch Tabak geschädigten Organsystems bewusst. Der 2007 von der DGP herausgegebene Kodex zur Ablehnung von Tabakindustriegeldern für die pneumologische Forschung (Pneumologie 2007; 61: S. 14) wurde von der Task Force Tabakentwöhnung auf Bitte des Vorstands der DGP überarbeitet.
Vorstand und wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin beschließen gemeinsam folgenden für alle Mitglieder der Fachgesellschaft verbindlichen, ethischen Kodex:
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Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin lehnt jegliche Geld- oder Sachzuwendungen der Tabakindustrie einschließlich der E-Zigarettenindustrie und der Hersteller von Tabakerhitzern (im Folgenden zusammengefasst unter dem Begriff Tabakindustrie) oder Dritter, die von der Tabakindustrie gefördert werden, für Forschungsförderung, Spenden, Gutachterhonorare, Vortragshonorare, Reisekosten, Wissenschafts- und andere Preise, ab. Zur Tabakindustrie zählen dabei Verbände, Firmen und Einzelpersonen, die in ihrem Kerngeschäft zu Anbau, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Tabakprodukten einschließlich E-Zigaretten und Tabakerhitzern beitragen, sowie von der Tabakwirtschaft abhängige Stiftungen, Organisationen und Einzelpersonen.
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Der Vorstand sowie die assoziierten Gremien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin lehnen die Mitwirkung an Veranstaltungen der Tabakindustrie oder Dritter, die von der Tabakindustrie unterstützt werden, ab.
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Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin lehnt die Kooperation mit Personen und Organisationen, die sich von der Tabakindustrie fördern lassen oder die deren Interessen befördern, ab.
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Angestellte der Tabakindustrie sind von einer Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ausgeschlossen.
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Nachhaltige Post-COVID-Nachsorge für die Pneumologie
Erklärtes Ziel des DGP-Vorstands ist es, den Fachbereich Pneumologie in Wissenschaft, Forschung sowie Krankenversorgung und Rehabilitation nach rund eineinhalb Jahren Pandemie für eine sichtbare Post-COVID-Nachsorge aufzustellen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die federführend von der DGP herausgegebene S1-Leitlinie „Post-COVID/Long-COVID“, die in einer Pressekonferenz am 18. August 2021 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Die Leitlinie versteht sich als klinisch-praktischer Leitfaden für die Diagnose und Therapie einer Post-COVID- oder Long-COVID-Erkrankung. Die Empfehlungen richten sich sowohl an Hausärztinnen und -ärzte, die bei neu auftretenden Beschwerden oft als erste Anlaufstelle fungieren und über die weiteren Behandlungspfade entscheiden, als auch an Ärztinnen und Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen, die mit den vielfältigen Coronafolgen konfrontiert sind. Das Autorenteam um den Koordinator der Leitlinie, Professor Dr. med. A. Rembert Koczulla (Schönau), macht deutlich, dass nur über eine interdisziplinäre Zusammenarbeit Patienten mit Post-COVID-/Long-COVID-Syndrom sinnvoll und effektiv versorgt werden können. Bereits die Diagnose ist oft eine Herausforderung, da Long-COVID nicht an einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 gebunden ist. Auch sehr milde Verläufe könnten zu Spätsymptomen führen, die dann nicht zwangsläufig mit COVID-19 in Verbindung gebracht würden. Eine weitere Hürde sei die große Vielfalt der Krankheitssymptome, die zudem oft recht unspezifisch sind. Häufig genannt werden Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen oder extreme Abgeschlagenheit. Zusammenfassend konstatiert das Autorenteam, dass nur über eine interdisziplinäre Zusammenarbeit Patienten mit Post-COVID-/Long-COVID-Syndrom sinnvoll und effektiv versorgt werden können.
Flankierend zur Empfehlung für Fachleute präsentierte die DGP am 8. Oktober 2021 die Patientenleitlinie „Long-/Post-COVID-Syndrom“ der Öffentlichkeit, die maßgeblich von Herrn Dr. med. Christian Gogoll (Berlin) vorangebracht wurde. Unsere Fachgesellschaft möchte mit der Patientenversion v. a. die Betroffenen selbst aufklären. Patienten sollten sich darüber bewusst sein, dass anhaltende Symptome auch nach einem milden und moderaten COVID-19-Verlauf möglich sind. Die Symptome bilden sich aber bei einem Großteil der Fälle im Verlauf einiger Wochen bis Monate vollständig zurück. Meist entstehen keine bleibenden Schäden. Ein von der DGP produzierter Videoclip erörtert diese Kernbotschaft in einer für Laien verständlichen Sprache.
Eine wissenschaftliche Bearbeitung des Themas ist essenziell, um die Erkrankung Post-COVID/Long-COVID zu verstehen und um wirksame Therapien zu erarbeiten. Die Politik hat das Thema aufgegriffen und versucht durch Fördermaßnahmen und Ausschreibungen, Impulse zu geben. Als DGP fordern wir eine schnelle und konsequente Umsetzung und damit auch Finanzierung der Versorgungsstrukturen in den einzelnen Bereichen, wie sie bereits in der aktuellen Leitlinie skizziert sind.
Post-COVID/Long-COVID steht in der Fort- und Weiterbildung sowie im Programm des DGP-Kongresses 2022 auf der Agenda unserer Fachgesellschaft.
Informationen zu Post-COVID/Long-COVID finden Sie auf unserer Website www.pneumologie.de/covid-19. Weitere Auskünfte erhalten Sie von der DGP-Geschäftsstelle, Tel. 030-293 62 701, E-Mail: info@pneumologie.de
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State of the art Pneumologie
Pneumologischer Intensivkurs – Vorbereitung auf die Facharztprüfung und Refresherkurs
20.–23. Januar 2022, Kassel
Anmeldung unter:
www.pneumologie.de/anmeldung
Unsere nunmehr schon traditionsreiche Fortbildungsveranstaltung bietet die DGP seit 2008 an. Es freut uns sehr, dass die Fortbildungsakademie der DGP nun diesen Kurs wieder in Präsenz durchführt und wir uns persönlich austauschen können.
Die Themen sind in Übereinstimmung mit dem Curriculum „Harmonised Education in Respiratory Medicine for European Specialists“ (HERMES) der European Respiratory Society ausgewählt. Sie umfassen nahezu komplett die gesamte Pneumologie. Erfahrene Expertinnen und Experten geben Ihnen ein aktuelles Update in ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Den Abschluss bildet der HERMES assessment course, ein Selbsttest zur eigenen Wissensüberprüfung. Primäre Zielgruppen der Veranstaltung sind Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung, die sich auf die Facharztprüfung vorbereiten, sowie Interessierte, die ihr pneumologisches Wissen auffrischen möchten.


Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen großen Wissenszuwachs, aber auch Spaß und Freude an der Veranstaltung.
Prof. Dr. med. Stefan Krüger (wissenschaftlicher Leiter)
Dr. med. Ortrud Karg (Leiterin der DGP-Fortbildungsakademie)
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Publication History
Article published online:
17 November 2021
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Georg Thieme Verlag KG
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