Tadaaaa, da ist sie, Ihre perfekte Website! Mit ein paar Überlegungen gelingt Ihnen
ein Internetauftritt, der Ihre Patient*innen begeistern wird.Quelle: © S. Schhaf/Thieme
Seit mehr als 30 Jahren gibt es das World Wide Web – und währenddessen hat es so einige
Dos und Don’ts rund um das Website-Design erlebt. Ein Anspruch ist bis heute geblieben:
Die Nutzerfreundlichkeit steht im Vordergrund, sonst klicken Interessierte innerhalb
kürzester Zeit zur Konkurrenz weiter. Wann aber ist eine Website benutzerfreundlich?
Man denke hier an eigene Erfahrungen: Wer sich intuitiv zurechtfindet, nicht über
Funktionsweisen nachdenken muss und schnell Antworten auf gesuchte Fragen findet,
besucht einen Onlineauftritt gern ein zweites Mal. Endlose Ladezeiten, eine überladene
Startseite und veraltete Inhalte schrecken dagegen ab. Dabei ist es kein Hexenwerk,
für ein optimales Surferlebnis zu sorgen. Die fünf folgenden Tipps zeigen, worauf
es ankommt.
Die Nutzerfreundlichkeit hat bei Websites oberste Priorität.
Eine einfache Navigation
Die wenigsten Internetnutzer*innen haben endlos Zeit oder Lust, sich lange auf einer
Website aufzuhalten. Meistens gelangen sie mit einer bestimmten Fragestellung im Kopf
auf die Praxis-Website und wollen ihre Suche möglichst schnell zum Erfolg führen.
Damit das gelingt, müssen sie sich gut zurechtfinden. Eine intuitive Navigation hilft
dabei: Idealerweise ist das Navigationsmenü ganz oben auf der Website platziert –
und auch auf allen Unterseiten immer an der gleichen Stelle zu finden, damit Besucher*innen
die Struktur erkennen und nicht suchen müssen. Die Menüpunkte zu den einzelnen Informationen
werden ihrer Wichtigkeit entsprechend von links nach rechts platziert. Übergeordnete
Inhalte kommen in den sichtbaren Bereich des Navigationsmenüs, untergeordnete Inhalte
offenbaren sich beim Ausklappen. Außerdem erfüllt eine nutzerfreundliche Navigation
die folgenden Punkte:
-
Sie bietet Orientierung: Damit Besuchende nicht den Überblick verlieren, sollte der aktive Menüpunkt hervorgehoben
sein – zum Beispiel durch Fettung oder eine andere Farbe.
-
Sie leitet zur gewünschten Information: Eindeutig benannte Menüpunkte helfen den Besuchenden, sich zurechtzufinden. Die Hauptmenüpunkte
für eine Praxis-Website könnten etwa lauten: Home – Therapien – Medizinisches Training
– Über uns – News.
-
Sie ist nicht überladen: Die Navigation sollte aus höchstens sieben Menüpunkten bestehen. Für Besuchende dient
sie als Fixpunkt für die Orientierung auf der Website und sollte daher nicht zu überladen
sein.
Aufmerksamkeitsstarke Inhalte
Aufmerksamkeitsstarke Inhalte
Informative Inhalte sind das Herzstück jedes Onlineauftritts – und theoretisch bietet
er dafür auch jede Menge Platz. Um potenzielle Patient*innen nicht zu langweilen,
empfiehlt es sich aber, Informationen nur so ausführlich wie nötig zu präsentieren.
Besucher*innen können sich besser orientieren, wenn Absätze, Zwischenüberschriften
und Bildmaterial die Textblöcke auflockern. Spannend sind Zusatzangebote, die die
Konkurrenz nicht anbietet. Das können zum Beispiel nützliche Anleitungen sein, wie
etwa „Rückentraining für den Alltag“ , ein virtueller Rundgang durch die Praxisräume
oder ein Blog, der über Neuigkeiten aus dem Fachbereich informiert. Um Verwirrung
zu vermeiden, sollten zusammengehörige Informationen zusammenhängend präsentiert werden
– oder zumindest durch Verlinkungen miteinander verbunden. Doppelte Inhalte gehören
natürlich auf keine Website; dafür sollten besonders wichtige Informationen auch besonders
im Vordergrund stehen.
Praxisinhaber*innen können dafür unter anderem vom sogenannten „Schema F“ Gebrauch
machen. Das Konzept geht zurück auf Jakob Nielsen und seine berühmte „Eye Tracking“-Studie.
Den Ergebnissen nach betrachten Internetnutzer*innen Websites auf eine Weise, die
den Buchstaben „F“ ergibt. Das heißt: Der Blick beginnt in der linken oberen Ecke,
bewegt sich dann horizontal zur rechten oberen Ecke, schwenkt zurück nach links und
anschließend wieder nach rechts. Inhalte, die oben und links erscheinen, werden als
am wichtigsten wahrgenommen. Am wenigsten wird erfasst, was sich unten rechts befindet.
Praxis-Websites können sich dieses Wissen folgendermaßen zunutze machen:
-
Wichtige Inhalte gehören an den oberen Bildschirmrand, weil sie dort am ehesten gesehen
werden. Daher ist es auch sinn-voll, die Navigation an dieser Stelle zu platzieren.
-
Das Praxis-Logo – falls vorhanden – sollte oben links oder rechts positioniert werden.
Dort wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit bemerkt und sorgt für einen Wiedererkennungswert.
-
In Texten sollten die wichtigsten Inhalte in den ersten beiden Absätzen stehen. Diese
werden am häufigsten gelesen, während der Rest des Textes möglicherweise übersprungen
wird.
Ein stimmiges Design
Die wichtigste Regel für die Gestaltung der Praxis-Website ist Konsistenz. Passenden
Farben sorgen für Wiedererkennungswert – und schaffen gleichzeitig eine gewisse Ruhe
auf der Website, die für ein angenehmes Nutzererlebnis sorgt. Knallbunte Seiten mit
blinkenden Elementen und zahllosen Schriften sind glücklicherweise nicht mehr in Mode;
stattdessen hat sich die 60-30-10-Regel als ideal für die Farbgestaltung erwiesen.
Das Prinzip: Die Hauptfarbe macht 60 Prozent des Layouts aus, eine Komplementärfarbe
40 Prozent und eine dritte Farbe setzt mit 10 Prozent weitere Highlights. Das Ergebnis
wirkt besonders harmonisch auf Besucher*innen. Idealerweise verleihen die gewählten
Farben der Praxis-Website einen Anstrich, der typisch für die Praxis ist und zum Beispiel
gut zum Logo passt.
Ordnen Sie die Website-Inhalte nach dem „Schema F“: Das Wichtigste steht oben links.
Einen großen Teil des Webdesigns machen außerdem die Schriften aus. Wenn Besuchende
die Texte mit der Lupe suchen müssen oder Kopfschmerzen bekommen, weil die Unzahl
verschiedener Schriftarten sie erschlägt, sollte die Praxis-Website angepasst werden:
Schriften sollten ausreichend groß sein. Wer mehr als eine Schriftart verwenden möchte,
sollte eine Schrift mit Serifen mit einer serifenlosen Variante kombinieren, weil
die beiden gut miteinander harmonieren. Insgesamt sollten nicht mehr als zwei verschiedene
Schriftarten auf der Website auftauchen; auch eine einzige Schriftart funktioniert
gut, die je nach Bedarf mit unterschiedlichen Schriftstärken kombiniert werden kann.
Ebenso wichtig sind ein genügend großer Zeilenabstand sowie ein guter Kontrast zum
Hintergrund der Website. Wer eine gelbe Schrift auf grünem Grund wählt, darf sich
nicht wundern, wenn die Besucher*innen Schwierigkeiten beim Entziffern haben; eine
schwarze Schrift mit weißem Hintergrund funktioniert dagegen gut.
Bei der Auswahl von Farben und Schriften ist gute Lesbarkeit das wichtigste Kriterium.
Einhaltung von Webkonventionen
Einhaltung von Webkonventionen
Webkonventionen sind Funktionen, die Besuchende auf einer Website erwarten. Nutzerfreundliche
Websites widersprechen diesen Erwartungen nicht – das heißt, Interessierte müssen
die Funktionsweise einer Website nicht erst lernen, sondern finden sich auf Anhieb
und intuitiv auf ihr zurecht. Um potenziellen Patient*innen ein positives Surferlebnis
zu verschaffen, sollten Praxis-Websites von diesen Konventionen nicht abweichen.
Folgendes gehört zu den gängigen Webkonventionen:
-
Das Logo befindet sich oben auf der Seite. Nutzer*innen können es anklicken, um auf
die Startseite zu gelangen.
-
Das Navigationsmenü befindet sich ebenfalls oben auf der Seite – oder alternativ am
linken Rand. Damit folgt es dem bereits angesprochenen „Schema F“.
-
Unten auf der Seite befinden sich Standardlinks zu Datenschutzerklärungen, allgemeinen
Geschäftsbedingungen o. Ä.
-
Hyperlinks – also Verweise auf andere Seiten – sind farblich gekennzeichnet.
-
Wird der Mauszeiger über Hyperlinks oder Schaltflächen bewegt, gibt es einen Mouseover-Effekt.
Er macht deutlich, dass ein Element anklickbar ist.
Lässt sich eine Website nicht intuitiv bedienen, weil sie den gängigen Konventionen
widerspricht, wird sie Internetnutzende kaum halten können. Praxis-Websites sollten
gängige Muster daher unbedingt übernehmen, sonst sehen potenzielle Patient*innen sich
schnell anderweitig um.
Die Internetadresse als Türöffner
Die Internetadresse als Türöffner
Eine gut gewählte Internetadresse rundet den nutzerfreundlichen Webauftritt ab. Aber
wie sieht eine solche Adresse aus? Die Antwort ist simpel: Menschen wünschen sich
Website-Namen, die kurz, einfach und leicht zu merken sind. Während offiziell 63 Zeichen
erlaubt sind, sollten Praxisinhaber*innen hier deshalb auf keinen Fall aufs Ganze
gehen. Eine Adresse wie www.physiopraxisspezialisiertaufatlastherapieguterreichbarinberlin.de dürfte wohl jede*n noch so hartgesottenen Internetnutzer*in verschrecken. Viel sinnvoller
ist eine Domain, die sich wirklich auf das Wesentliche konzentriert. Die Spezialisierung
einer Praxis sowie der Standort sind in jedem Fall nützliche Bestandteile des Website-Namens:
Potenzielle Patient*innen können Angebote leichter filtern und müssen nicht erst in
den Inhalten des Internetauftritts stöbern.
Eine prägnante Internetadresse könnte etwa so lauten: www.atlastherapie-berlin.de. Es geht aber auch kürzer: www.atlastherapie.berlin. Während der Hauptteil der Adresse die Spezialisierung verrät, macht die Endung „.berlin“
den Standort deutlich. Das „.de“, das für Interessierte keine Funktion erfüllt, fällt
weg. Neben .berlin gibt es in Deutschland bisher die Endungen .hamburg, .koeln, .nrw,
.ruhr, .saarland und .bayern. Mit ihnen haben Praxisinhaber*innen die Gelegenheit,
ihren Standort für Interessierte auf einen Blick sichtbar zu machen und damit Pluspunkte
in Sachen Nutzerfreundlichkeit zu sammeln. Außerdem heben sich die geografischen Endungen
deutlich von den vielen .de- und .com-Adressen ab, die es mittlerweile gibt, und ziehen
damit leichter die Aufmerksamkeit von Internetnutzer*innen auf sich. In Bezug auf
Suchmaschinen besteht übrigens kein Grund zur Sorge: Google & Co. behandeln die geografischen
Endungen nicht anders als andere Endungen.
Wählen Sie einen Website-Namen, der kurz und gut zu merken ist.
Fazit
Aufbau und Gestaltung einer Website haben in vielerlei Hinsicht einen entscheidenden
Einfluss auf die Nutzerfreundlichkeit. Zahlreiche Faktoren können sich sowohl positiv
als auch negativ auf das Nutzererlebnis auswirken. Mithilfe der vorgestellten Tipps
gelingt es Praxisinhaber*innen, ihre Website im Sinne ihrer potenziellen Patient*innen
zu optimieren und damit für ein optimales Surferlebnis zu sorgen.
Auf einer gut gestalteten Website finden sich Besucher*innen intuitiv und mühelos
zurecht.
Quelle: © S. Schhaf/Thieme