Pires A.
et al.
Differentiation of Jugular Foramen Paragangliomas versus Schwannomas Using Golden-Angle
Radial Sparse Parallel Dynamic Contrast-Enhanced MRI.
AJNR Am J Neuroradiol 2021;
42: 1847 -1852
Von den 30 Patienten, die sie in ihre Studie eingeschlossen haben, litten 22 an einem
Paragangliom und acht an einem Schwannom, wobei in 16 bzw. vier Fällen histopathologische
Befunde
vorlagen, die dies bestätigten. In den übrigen Fällen erfolgte die Diagnose über die
konventionellen Bildgebungsmerkmale der Tumoren. Die beiden Patientengruppen unterschieden
sich signifikant
im Alter und der Geschlechterverteilung: Die Schwannomgruppe war jünger (43,7 vs.
52 Jahre) und hatte einen geringeren Frauenanteil (33 vs. 77%) als Patienten mit Paragangliomen.
Alle Paragangliome zeigten in den GRASP-Aufnahmen Zeitintensitätskurven (Time-intensity
curves/TIC) vom Typ 3, d. h. ein initial schnelles Wash-in mit einem nachfolgenden
langsamen Wash-out.
Dies entspricht auch der Struktur dieser Tumoren, die durch ein Netzwerk hochvaskularisierter
fibröser Septen und ein schwaches Gefäßnetz gekennzeichnet ist, und erklärt auch das
frühere
Enhancement. Die Plasmavolumenfraktion des extravaskulären Extrazellulärraums (V e)
war bei den Paragangliomen deutlich geringer, da der größte Teil des Kontrastmittels
bei diesen Tumoren im
Plasma verbleibt und nicht in das umgebende Tumorgewebe perfundiert. Wahrscheinlich
bleibt dem Kontrastmittel aufgrund der arteriovenösen Shunts, die das Gefäßnetz bildet,
nicht genug Zeit, um
in den extravaskulären Extrazellulärraum (EES) vorzudringen.
Die Schwannome zeichneten sich ebenfalls durch eine schnelle Wash-in-Phase aus, der
dann aber ein kontinuierliches Wash-in des Kontrastmittels (TIC 1), aber kein Wash-out
folgt. Diese
Kontrastmittelakkumulation ist zurückzuführen auf die Proliferation kleiner, dünnwandiger
und größerer, hyalinisierter Gefäße, was zu einer erhöhten Permeabilität führt und
es so dem
Kontrastmittel ermöglicht, in den EES vorzudringen. Weil also das meiste Kontrastmittel
im EES und nicht im Blutplasma zu finden ist, war bei den Schwannomen auch die Plasmavolumenfraktion
(V
P) wesentlich geringer als bei den Paragangliomen.
Fazit
Mit der GRASP-MRT lassen sich Schwannome und Paragangliome am Foramen jugulare verlässlich
voneinander differenzieren. Dadurch ließe sich die Diagnose bereits vor einer chirurgischen
Resektion der Tumoren ausreichend sichern und präoperative Biopsien, die dort an der
Schädelbasis nicht ohne Risiko sind, könnten so in Zukunft zumindest bei einem Teil
der Patienten unnötig
werden.