Kvien TK,
Conaghan PG,
Gossec L.
et al.
Secukinumab and Sustained Reduction in Fatigue in Patients With Ankylosing
Spondylitis: Long-Term Results of Two Phase III Randomized Controlled
Trials.
Arthritis Care Res 2022;
74: 759-767 PMID: 3322717
Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden Patienten mit aktiver AS in den zwei
Studien jeweils in die Secukinumab- oder Placebogruppe randomisiert. Die
Secukinumabgruppe des MEASURE 1-Studie erhielt 10mg/kg Secukinumab
intravenös, gefolgt von 150mg Secukinumab subkutan und die
Secukinumabgruppe des MEASURE 2-Studie 150mg Secukinumab subkutan. Die Patienten
in den beiden Placebogruppen wurde entsprechend ein Placebo verabreicht.
Alle Studienteilnehmer waren gegenüber einer Therapie mit
anti-Tumornekrosefaktor naiv (anti-TNF-naiv) oder zeigten in einer
anti-TNF-Therapie eine inadäquate Response/Intoleranz
(anti-TNF-IR). Die Fatigue wurde anhand der Functional Assessment of Chronic
Illness Therapy-Fatigue (FACIT-F)-Skala erfasst.
In beiden Studien traten unter Secukinumab-Behandlung im Vergleich zur
Placebogabe in Woche 16 signifikante Verbesserungen in den FACIT-F-Scores
gegenüber der Ausgangslage auf (P<0,05). Diese Verbesserungen
blieben bis zur Woche 156 (MEASURE 1) und Woche 104 (MEASURE 2) erhalten.
Signifikant mehr Patienten berichteten in Woche 16 über
Fatigue-Responses (FACIT-F Verbesserung ≥4; Beobachtungsdaten) unter
Secukinumab 150mg als unter Placebo. Dies war sowohl in MEASURE 1 als auch in
MEASURE 2 der Fall (P<0,05 bzw. P<0,01).
Unter Secukinumabgabe konnte bei 75,6% der Patienten in Woche 156
(MEASURE 1) und 81,4% der Patienten in Woche 104 (MEASURE 2) eine
Fatigue-Response erzielt werden. Diese Ergebnisse blieben bestehen, wenn man
anti-TNF-naive Patienten und anti-TNF-IR Patienten getrennt voneinander
analysierte (74,3% bzw. 84,6% und 81,3% bzw.
74%), waren jedoch nur für die anti-TNF-naive Subgruppe der
MEASURE 2-Studie statistisch signifikant.
Die Charakteristika der Patienten bei Studieneintritt waren durchweg keine
Prädiktoren für die Verbesserung der Fatigue. Es bestand jedoch
ein moderater bis starker Zusammenhang zwischen der Fatigue-Response und den
Responses in verschiedenen klinischen Messwerten, inklusive der Verbesserung des
Assessment of SpondyloArthritis international Society (ASAS)
20%/40% Scores, der ASAS5/6 Responses und des
C-reaktiven Proteinspiegels im Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score
(ASDAS), dem Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index und dem Short
Form 36-Fragebogen zum Gesundheitszustand.
Unabhängig von einer vorherigen anti-TNF-Exposition, konnten mit
Secukinumab schnelle und anhaltende Verbesserungen der Fatigue über
einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren erzielt werden. Diese Erfolge waren
jedoch nur in der anti-TNF-naiven Subgruppe statistisch signifikant. Ob eine
vorherige anti-TNF-Therapie den Verlauf der Erkrankung beeinflusst oder ob
es sich bei den anti-TNF-IR-Patienten um eine behandlungsresistentere
Population handelt, sollte Gegenstand weiterer Studien sein.
Britta Brudermanns, Köln