Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/a-1909-6926
Supplementation und Nachsorge nach Adipositas- und metabolischer Chirurgie


Die Adipositas- und metabolische Chirurgie ist mit dem Auftreten von chirurgischen und metabolischen Langzeitkomplikationen verbunden. Zu den chirurgischen Komplikationen zählen Ösophagus- und Pouchdilatationen sowie das Neuauftreten einer gastroösophagealen Refluxerkrankung. Nutritive Defizite betreffen Eisen, Folsäure, Vitamin B1, Vitamin B12 und Vitamin D. Aufgrund dessen gehört eine lebenslange Nachsorge der Patienten zum Therapiekonzept.
-
Vor der Durchführung adipositas- und metabolisch chirurgischer Eingriffe sind die präoperative Diagnostik von Defiziten der Vitamine, der Spurenelemente und des Kalziums sowie der Ausgleich präoperativer Mangelzustände essenziell.
-
Die Supplementation erfolgt in Abhängigkeit der Operationsmethode leitliniengerecht.
-
Eine halbjährliche postoperative Diagnostik der Laborparameter kleines Blutbild, Elektrolyte, Leber- und Nierenwerte, Blutzucker und HbA1c, Vitamine B1, B12, D3, Parathormon, Albumin, Kalzium, Magnesium, Zink, Folsäure, Vitamin A und Ferritin ist erforderlich.
-
Eine sofortige Diagnostik bei unklarer Symptomatik (Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Krämpfe) ist indiziert.
-
Bei Frauen mit Kinderwunsch ist die präkonzeptionelle Erhöhung der Folsäuremedikation indiziert.
-
Patientinnen mit Schwangerschaft nach Adipositaschirurgie bedürfen einer Anbindung an ein perinatales Zentrum mit Expertise, um die Laborparameter engmaschig zu kontrollieren und das Risiko der Frühgeburtlichkeit und Mikrosomie zu reduzieren.
-
Die Patienten bedürfen einer lebenslangen Nachsorge und Supplementationstherapie mit dem zielgerichteten Ausgleich von Mangelzuständen.
-
Eine enge Kooperation des Hausarztes, Diabetologen und aller in die Behandlung einbezogenen Fachgebiete mit dem Adipositaszentrum ist erforderlich.
-
Die leitliniengerechte Supplementationstherapie ist auch bei regelgerechten Laborparametern unabdingbar und darf nicht beendet werden.
-
Die Empfehlungen zur Supplementationstherapie sollten über spezialisierte Praxen und die Adipositaszentren erfolgen. Zahlreiche Kombinationspräparate mit spezieller Adaptation für diverse adipositaschirurgische Eingriffe stehen zur Verfügung.
Schlüsselwörter
Adipositaschirurgie - bariatrische Chirurgie - metabolische Komplikationen - Supplementation - Malabsorption - VitaminmangelPublication History
Article published online:
02 December 2022
© 2022. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany