Gossec L.
et al.
Women With Psoriatic Arthritis Experience Higher Disease Burden Than Men:
Findings From a Real-World Survey in the United States and Europe.
J Rheumatol 2023;
50: 192-196
Frauen mit PsA erfahren bei ähnlicher Krankheitsaktivität und
ähnlicher Behandlung im Vergleich zu Männern durchschnittlich
stärkere Auswirkungen der Erkrankung. Die Forscher werteten Daten aus dem
Adelphi PsA Disease Specific Programme (DSP) aus, einer Befragung von
Rheumatologen, Dermatologen und ihren PsA-Patienten, die zwischen Juni und August
2018 in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, dem Vereinigten
Königreich und den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde. Die
teilnehmenden Ärzte füllten für 3 bis 6 Patienten mit
aktiver PsA, die zur Diagnose oder zur Routineversorgung erschienen, ein
Patientendatenblatt aus, auf dem demographische Angaben, klinische Merkmale
(z. B. die Prävalenz von Enthesitis, Daktylitis,
entzündlichen Rückenschmerzen, Sakroiliitis), die Verwendung von
Medikamenten und die Behandlungsgeschichte erfragt wurden. Die Experten berechneten
verschiedene Scores (Werte für 68 schmerzende Gelenke (TJC68) und 66
geschwollene Gelenke (SJC66)), die von Psoriasis betroffene
Körperoberfläche und den Charlson Comorbidity Index Score. Die
Forscher baten anschließend die Patienten, einen Fragebogen
auszufüllen, in dem sie eine Reihe von patientenbezogenen Ergebnismessungen
(PROs) zum allgemeinen Gesundheitszustand, zur Bewertung von Behinderungen, zur
Schwere der PsA und zum Grad der Arbeitsproduktivität erfassen.
Die Wissenschaftler sammelten Daten von 2.270 Patienten (USA=595;
Spanien=369; Italien=360; Deutschland=360; Vereinigtes
Königreich=309; Frankreich=277), die von 382 Rheumatologen
und 190 Dermatologen rekrutiert wurden. Die Patienten waren im Mittel 48,6 Jahre
alt, hatten eine mittlere Krankheitsdauer von 4,9 Jahren und insgesamt 1.047
(46,1%) waren Frauen. Insgesamt berichteten Frauen über eine
signifikant schlechtere Lebensqualität als Männer, über ein
deutlich höheres Maß an Behinderungen durch die PsA und über
eine eingeschränktere körperliche Funktion. Auch die Auswirkungen
der PsA waren bei Frauen größer als bei Männern, ebenso
Müdigkeit und Schmerzen. Frauen berichteten über eine
stärkere Beeinträchtigung der Gesamtaktivität als
Männer. Bei den Befragten, die angaben, einer bezahlten
Beschäftigung nachzugehen, wurden jedoch keine Unterschiede bei der
versäumten Arbeitszeit festgestellt. Nach statistischer Kontrolle von
Kovariaten (Alter, BMI, Zeit seit der Diagnose, Erwerbstätigkeit, gezielte
fortgeschrittene Behandlung) zeigten Regressionsmodelle, dass Männer
signifikant bessere Werte in ihren Scores für Behinderungen durch PsA
aufwiesen und insgesamt deutlich weniger in ihrer Aktivität
beeinträchtigt waren als Frauen.
Obwohl Frauen und Männer ein ähnliches Maß an klinischer
Krankheitsaktivität aufwiesen und ähnliche Behandlungsschemata
erhielten, berichteten Frauen über eine geringere Lebensqualität
und ein höheres Maß an Behinderungen und
Arbeitsbeeinträchtigungen als Männer, so die Autoren. Weitere
Forschungsarbeiten sind erforderlich, um die zusätzliche Belastung von
Frauen mit PsA zu erforschen und um herauszufinden, ob alternative
Behandlungsmethoden einige dieser Unterschiede abmildern könnten.
Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen