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DOI: 10.1055/a-2392-4850
Das Arzthaftungsverfahren aus Sicht des Arztes
The Medical Liability Procedure from the Doctor's Perspective
Zusammenfassung
Im Vergleich zu den jährlich stattfindenden Arzt-Patienten-Kontakten bewegen sich die festgestellten Behandlungsfehler im Promillebereich. Erhebt ein Patient Behandlungsfehlervorwürfe, muss der Arzt umgehend seine Berufshaftpflichtversicherung informieren und diese bei der Abwehr der Ansprüche durch eine strukturierte Stellungnahme unterstützen. Weiter ist das Recht des Patienten auf Herausgabe seiner Behandlungsdokumentation zu beachten. Kommt es zu einem Prozess, wird dem Arzt von der Versicherung ein im Arzthaftungsrecht erfahrener Anwalt gestellt. Der Arzt muss in der Regel einmal bei Gericht erscheinen, insbesondere, wenn es um den Vorwurf der unzureichenden Aufklärung geht. Während des ganzen Verfahrens sind sowohl die Versicherung im Rahmen der außergerichtlichen Verhandlung als auch der Rechtsanwalt im Falle eines Prozesses auf die Mitarbeit des Arztes im Hinblick auf die medizinischen Fragestellungen angewiesen.
Abstract
Compared to the annual doctor–patient contacts, the treatment errors identified are in the per thousand range. If a patient makes allegations of medical malpractice, the doctor must immediately inform his professional liability insurance company and support them in defending the claims with a structured statement. The patient also has the right to have his or her treatment documentation released. If a lawsuit arises, the insurance company will provide the doctor with a lawyer who is experienced in medical liability law. The doctor usually has to appear in court once, especially if there is an allegation of inadequate information. Throughout the entire process, both the insurance company in the context of the out-of-court negotiation and the lawyer in the event of a trial are dependent on the doctor’s cooperation with regard to the medical issues.
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Das Arzthaftungsverfahren stellt für Ärzte eine erhebliche Belastung dar, auch wenn Behandlungsfehler im Verhältnis zu den jährlich durchgeführten Arzt-Patienten-Kontakten im Promillebereich liegen.
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Ärzte sind zwar durch ihre Berufshaftpflichtversicherung finanziell abgesichert, müssen jedoch oft viel Zeit und Ressourcen aufwenden, um sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen und das Verfahren zu bewältigen.
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Ein strukturiertes Vorgehen und die frühzeitige Einschaltung der Versicherung sind dabei essenziell.
Publication History
Article published online:
22 November 2024
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