Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/a-2624-3440
Neue Probleme der Digitalisierung (eHBA), Gentherapie der Hämophilie, BDDH-Veranstaltung auf Jahrestagung der GTH 2026 in Bonn
Authors
E-Rezept: Ab Januar 2026 müssen tausende Ärzte wieder auf Papier umstellen
Es droht ein erneuter Rückschritt in die Papier-Ära. Ende 2025 läuft im gesamten System die bisherige Verschlüsselungstechnik (RSA 2048) aus. Ab dann soll ein moderneres Verfahren namens Elliptic Curve Cryptography (ECC) für mehr Datensicherheit sorgen.
Doch viele Praxen sind auf den Wechsel nicht vorbereitet. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind noch über 50.000 elektronische Heilberufsausweise (eHBA), sowie zahlreiche Praxisausweise, Kartenterminals und Konnektoren nicht auf dem neusten Stand. Die KBV warnt in einem Brief an die Bundesnetzagentur vor einem „digitalen Stillstand“. Ohne funktionsfähige elektronische Ausweise könnten Ärzte keine E-Rezepte, keine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und keine e-Arztbriefe mehr versenden. In der Praxis hieße das zurück zu den Papierformularen.
„Ein solcher Ausschluss tausender Praxen und Apotheken hätte gravierende Folgen – auch für die Patienten“, heißt es in dem Schreiben der KBV. Wer Medikamente braucht, könnte sich plötzlich wieder Papierrezepte in der Praxis abholen müssen. Auch elektronische Krankmeldungen an Arbeitgeber und Krankenkassen sowie der Versand von e-Arztbriefen wären betroffen. Das digitale Versorgungsnetz, das gerade erst aufgebaut wurde, würde an vielen Stellen zusammenbrechen. Gerade chronisch Kranke, ältere Menschen und Eltern kleiner Kinder würden die Folgen spüren. Die KBV fordert deshalb, die alten RSA-Ausweise mindestens bis Mitte 2026 weiter zuzulassen „Nur so lassen sich Chaos und Versorgungsprobleme vermeiden“, heißt es.
Während Länder wie Frankreich RSA-2048 noch bis 2030 erlauben, hält die deutsche Gematik – zuständig für die Telematikinfrastruktur – bisher am Zeitplan fest. Man beruft sich auf Vorgaben der Sicherheitsbehörden: Die alte Verschlüsselung sei schlicht nicht mehr sicher genug. Ob Patienten ab Januar 2026 ihr Rezept wieder in Papierform bekommen, hängt nun von einer Entscheidung der Bundesnetzagentur ab.
BioMarin Pharma plant Verkauf seiner Gentherapie
BioMarin Pharmaceutical hat am 27.10.2025 angekündigt, seine Gentherapie-Sparte abzugeben - ein Produkt, das einst als Blockbuster-Behandlung für eine seltene Blutgerinnungsstörung galt. Das Unternehmen teilte mit, dass es derzeit Möglichkeiten für eine Auslizenzierung der Therapie Roctavian® prüft und diese aus seinem Portfolio entfernen wird. BioMarin wird die Therapie weiterhin in den USA, Deutschland und Italien anbieten.
Der Marktstart verlief jedoch schleppend, was auf eine begrenzte Patientenzulassung, langsame Erstattungsprozesse und einen hohen Preis von 2,9 Millionen US-Dollar zurückgeführt wird. Die Therapie erzielte 2023 lediglich einen Umsatz von 3,5 Millionen US-Dollar und rund 26 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. BioMarin hatte ursprünglich prognostiziert, dass Roctavian® 2023 einen Umsatz zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar erzielen würde. Später wurde diese Prognose auf 50 bis 100 Millionen US-Dollar gesenkt und schließlich auf weniger als 10 Millionen US-Dollar reduziert. Die schwache Performance zog die Aufmerksamkeit des aktivistischen Investors Elliott Investment Management auf sich, der laut einem Bericht von Reuters im November 2023 eine Beteiligung von über einer Milliarde US-Dollar an dem Unternehmen erwarb. Elliott erzielte eine Vereinbarung mit BioMarin, drei neue unabhängige Direktoren zu ernennen und einen strategischen Prüfungsausschuss einzurichten, um die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens zu bewerten. BioMarin kündigte an, sich künftig auf profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren, darunter Enzymtherapien und Erkrankungen des Skeletts.
Veranstaltung des BDDH auf der 70. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) in Bonn
Die Veranstaltung des BDDH auf der 70. Jahrestagung dere GTH findet am 17.02.2026 zwischen 12.00-14.00 statt. Das Programm gestaltet sich wie folgt:
-
12.00 Uhr – 13.30 Uhr (öffentlicher Teil, für Alle Teilnehmer der GTH)
-
Aktuelle Themen
-
Vorsitz: J. Koscielny (Berlin) und G. Kappert (Duisburg)
-
12.00 Uhr-12.10 Uhr
-
Einführung
-
(J. Koscielny, Berlin)
-
12.10 Uhr – 12.30 Uhr
-
GOÄ-Novelle in der Praxis
-
(G. Kappert)
-
12.30 Uhr – 13.00 Uhr
-
Digitalisierung (E-Health) in der Praxis: Was läuft – was läuft NICHT .....
-
(C. Sucker)
-
13.00 Uhr – 13.30 Uhr
-
§ 132i-Versorgungsverträge nach SGB V in der Praxis
-
(S. Halimeh)
-
Diskussion und Erfahrungsaustausch mit Allen Teilnehmern
-
17.02.2026 (Dienstag)
-
13.30 Uhr – 14.00 Uhr (nicht-öffentlicher Teil, nur für Mitglieder des BDDH)
-
Mitgliederversammlung
-
Vorsitz: J. Koscielny (Berlin) und G. Kappert (Duisburg)
-
Tagesordnung:
-
Feststellung der ordnungsgemäßen und fristgerechten Einladung zur Sitzung Vorstellung der Tagesordnung
-
Bericht des Vorstandes
-
Entlastung des Vorstandes
-
Bericht des Kassenwarts
-
Entlastung des Kassenwarts
-
Wahl: 1. Beisitzer
-
Sonstiges
-
Für den Vorstand des BDDH
Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Koscielny, Vorsitzender
Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Sucker, 1. Beisitzer
Publication History
Article published online:
08 January 2026
© 2025. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
