Neonatologie Scan 2026; 15(01): 14-15
DOI: 10.1055/a-2704-0550
Aktuell
Diagnostik und Monitoring

Vorhersagekraft der MRT zum errechneten Geburtstermin bei Frühgeborenen mit punktförmigen Hirnläsionen

Das Gehirn von Frühgeborenen ist unreif und daher besonders anfällig für Schädigungen. Eine der häufigsten Formen ist die Schädigung der weißen Substanz (white matter injury; WMI), die die Hirnentwicklung und die Myelinisierung beeinträchtigen kann. Langfristige entwicklungsneurologische Einschränkungen können die Folge sein. Während die zystische WMI als schwerste Form nahezu immer zu motorischen Beeinträchtigungen führt, ist der Verlauf milderer Formen – wie bei der diffusen WMI und bei den punktförmigen Läsionen der weißen Substanz (punctate white matter lesions; PWML) – schwieriger vorherzusagen. Aber auch hier kann es zu motorischen, kognitiven sowie sozialen und verhaltensbezogenen Auffälligkeiten im späteren Kindesalter kommen. In den vergangenen Jahren wurde dank medizinischer Fortschritte ein Rückgang der zystischen WMI verzeichnet. Dennoch treten WMI, darunter diffuse WMI und PWML, weiterhin häufig auf und finden sich in MRT-Untersuchungen bei 20–50 % der Frühgeborenen < 32 SSW.

Fazit

Die Autorengruppe schlussfolgert, dass die für das Frühgeborenenalter entwickelte Klassifizierung in der Bildgebung für die weiße Substanz auch bei einem TEA-MRT anwendbar ist und dort einen prädiktiven Wert für das motorische Outcome besitzt. Die diagnostische Genauigkeit war jedoch geringer als bei MRT-Untersuchungen im Frühgeborenenalter, möglicherweise weil einige PWML zum TEA nicht mehr sichtbar sind. Die Anzahl der PWML war in dieser Kohorte nicht eindeutig mit dem motorischen Outcome verknüpft. Die höchste Vorhersagekraft hatte die Lage der Läsionen in der sagittalen Ebene in Relation zum Sulcus centralis.



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Article published online:
25 February 2026

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