Die Veranstaltung war sehr interessant, gut organisiert und gab einen Einblick in
die internationale Transplantationswelt.
Die Zukunft der Transplantation in Europa
Die Zukunft der Transplantation in Europa
Der Vormittag des 1. Tages stand unter dem Motto „Organspende und Transplantation
und deren Zukunft in Europa”. In das Geschehen bei einer Transplantation sind viele
Menschen involviert: Der Empfänger und seine Familie, der Spender und dessen Familie,
die Ärzte in der Vorbereitung sowie das ganze Team rund um die Transplantation und
die Menschen in der Weiterbehandlung.
In fast allen Ländern gibt es dasselbe Problem: den Organmangel. In diesem Zusammenhang
diskutierten die Kongressteilnehmer die Zustimmungs– und die Widerspruchslösung. Der
Unterschied in der Allokation in Großbritannien und innerhalb der Stiftung Eurotransplant
wurde deutlich.
Als deutsche Referentin fasste Dr. Christiane Kugler, Hannover, die Ergebnisse einer
Studie zur Lungentransplantation zusammen: Wenn der Patient nach einer Lungentransplantation
gezielt trainiert, kann er seine Lebensqualität verbessern.
Ein anderer Vortrag befasste sich mit den Möglichkeiten, bei einem Organversagen so
lange eine Überbrückung zu schaffen, bis ein geeignetes neues Spenderorgan zur Verfügung
steht. In der anschließenden Mittagspause hatten die Kongressteilnehmer die Gelegenheit,
sich an den Industrieständen zu informieren und mit Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen.
Der junge Patient und die Schulung von Personal und Patienten
Der junge Patient und die Schulung von Personal und Patienten
Der Nachmittag gliederte sich in 2 Themenbereiche:
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Im einen ging es um den jungen Patienten und dessen besondere Problematik. Chronisch
kranke Jugendliche und ihre Angehörigen haben es besonders schwer und benötigen in
vielfacher Weise Hilfestellung und Verständnis.
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In einem anderen Konferenzraum stand die Schulung von Pflegepersonal und Patienten
im Mittelpunkt. Auch dieses Problem gibt es in allen Ländern. Die Schulung des transplantierten
Patienten beginnt bei der Diagnosestellung und begleitet den Menschen, solange das
Organ funktioniert. An dieser Schulung sind Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und bereits
Transplantierte beteiligt und sie ist ein fortlaufender Prozess.
Psychosoziale Aspekte einer Transplantation
Psychosoziale Aspekte einer Transplantation
Am 2. Tag lag der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit den psychosozialen Aspekten
einer Transplantation. Der Tag begann mit einem Vortrag über die Motivation von Pflegekräften.
Motivation und berufliche Zufriedenheit sind in vielfacher Weise beeinflussbar. Hier
ist ein funktionierendes Pflegeteam gefragt, das die einzelne Pflegekraft unterstützt.
Ist die Kooperation zwischen Patienten und behandelnden Einrichtungen, die sogenannte
Adhärenz, ein Traum, fragte eine Rednerin – und gab gleich selbst die Antwort: Nein,
kein Traum, sondern ein Albtraum. Dafür gibt es viele Ursachen, etwa wenn der Patient
seine Medikamente nicht einnimmt oder es versäumt, zu Kontrollterminen zu erscheinen.
Dies ist ein ernst zu nehmendes Problem und alle Pflegekräfte und Ärzte sollten für
und mit ihren Patienten die bestmögliche Strategien entwickeln. Weitere Vortragsthemen
waren Tumorerkrankungen und Infektionen nach einer Transplantation.
Ein Referent beschäftigte sich mit Depressionen, ein anderer mit der frühzeitigen
Verlegung ins Heimatkrankenhaus. Die Referenten diskutierten die Behandlung von Patienten
mit komplexen Krankheitsbildern und erhoben die Frage, inwiefern eine Transplantation
bei solchen Patienten nicht in Erwägung gezogen werden sollte. Wie ein Fallbeispiel
eindrücklich zeigte, sollte ein Palliativteam den Patienten begleiten, wenn eine Transplantation
zu spät kommt.
Vonseiten der Patienten und der Pflege sind die Probleme international ähnlich und
weitgehend vergleichbar. Die organisatorischen Strukturen unterscheiden sich zum Teil
aber doch deutlich. Vielleicht haben wir ja bald einmal die Möglichkeit, mit unseren
Kolleginnen und Kollegen aus dem nahen und fernen Ausland bei uns in Deutschland ins
Gespräch zu kommen.