Eine Senkung des LDL-Cholesterins hat sich bei kardiovaskulären Risikopatienten als
wirksame Behandlungsstrategie etabliert. Einen allgemein gültigen Normalwert gibt
es allerdings nicht mehr. Wie Prof. Winfried März, Heidelberg, betonte, hat sich vielmehr
das Konzept der Risikostratifizierung durchgesetzt. So profitieren Hochrisikopatienten
von einer LDL-Senkung unter Werte, die noch vor wenigen Jahren als unbedenklich galten.
Mit den Therapiezielen wachsen aber auch die Ansprüche an die Potenz der cholesterinsenkenden
Medikation. Als besonders effektiv hat sich Rosuvastatin (Crestor®) erwiesen, das
Ende 2008 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen
wurde.
Eine Hypercholesterinämie alleine führt nicht zu einer nennenswerten Erhöhung der
kardiovaskulären Ereignisrate, so März. Zusammen mit anderen Risikofaktoren, wie koronare
Herzkrankheit (KHK), Diabetes mellitus und linksventrikuläre Hypertrophie, treiben
jedoch selbst mäßig erhöhte LDL-Spiegel die Gefahren für Herz und Gefäße überproportional
in die Höhe. Alle Patienten, deren Ausgangsrisiko, innerhalb von 10 Jahren ein kardiovaskuläres
Ereignis zu erleiden, größer als 20 % ist, sollten deshalb behandelt werden. Besonders
strenge LDL-Ziele unter 70 mg/dl gelten nach den Ausführungen des Experten für Patienten
mit instabiler KHK sowie für Patienten, die zugleich unter einer KHK und einem Typ-2-Diabetes
leiden. Dabei lässt sich der Nutzen der Intervention anhand der cholesterinsenkenden
Potenz des Statins vorhersagen.
Jede Abnahme des LDL-Cholesterins um 1 % senkt das KHK-Risiko um 1%, verdeutlichte
Dr. Frank Sonntag, Henstedt-Ulzburg. Und mit Rosuvastatin 10 mg ließe sich das LDL-Cholesterin
um 45-50 % senken. Mit dieser Dosierung könnten 80 % der Patienten in den anvisierten
LDL-Zielbereich gebracht werden, ergänzte Prof. Herbert Schuster, Berlin. Er betonte,
dass die Patienten nicht nur von der stärksten LDL senkenden Potenz unter den Statinen
profitieren. Mit Rosuvastatin werden auch die höchsten HDL-Anstiege erreicht. Ferner
konnte für Rosuvastatin erstmals nachgewiesen werden, dass ein Statin in der Lage
ist, atherosklerotische Prozesse nicht nur in ihrer Progression zu bremsen, sondern
auch zur Regression zu bringen. Dabei weise die Substanz ein Nebenwirkungsprofil auf,
das dem anderer Statine vergleichbar ist.
Martin Wiehl
Quelle: Pressekonferenz AstraZeneca "Cholesterinsenker Crestor® - Zulassung und Markteinführung
in Deutschland" am 19. Januar 2009 in Frankfurt/Main