Frauenheilkunde up2date 2010; 4(2): 83-94
DOI: 10.1055/s-0030-1247326
Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Endokrine Therapie in der Lutealphase und in der Frühschwangerschaft

A. B. Brössner, J. Kleinstein
Further Information

Publication History

Publication Date:
27 April 2010 (online)

Kernaussagen

Progesteron ist das Leithormon der Lutealphase und der Frühschwangerschaft. Seine Wirkung umfasst Effekte auf endometrialer, uteriner und immunmodulatorischer Ebene, was dem Hormon eine zentrale Rolle für die Implantation und den Schwangerschaftserhalt zuweist.

Der Übergang von ovarieller zu plazentarer Progesteronproduktion, der sog. luteoplazentare Shift, stellt diesbezüglich eine kritische Phase dar und ist mit einer Aborthäufung assoziiert.

Die Bedeutung einer Corpus-luteum-Insuffizienz im natürlichen Zyklus für die weibliche Fertilität ist nicht abschließend geklärt.

Im stimulierten Zyklus der assistierten Reproduktion liegt dagegen unabhängig vom gewählten Protokoll ein substitutionspflichtiger Lutealphasendefekt vor.

Progesteron und seine Derivate werden therapeutisch beim drohenden Abort und zur Abortprophylaxe eingesetzt. Die diesbezügliche Datenlage ist unzureichend; lediglich für die Anwendung beim habituellen Abort scheint die Effektivität einer Gestagengabe gesichert.

Die Therapie des Lutealphasendefekts im Rahmen der kontrollierten ovariellen Stimulation im ART-Zyklus ist unumgänglich. Goldstandard ist die intravaginale Applikation von Progesteron. Über die notwendige Therapiedauer besteht kein Konsens.

Literatur

Prof. Dr. J. Kleinstein

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg · Klinik für Reproduktionsmedizin und Gyn. Endokrinologie

Gerhart-Hauptmann Str. 35

39108 Magdeburg

Email: juergen.kleinstein@med.ovgu.de