Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2011; 5(02): 73-86
DOI: 10.1055/s-0030-1266024
Abhängigkeitserkrankungen

Akutbehandlung des Alkoholentzugs

Karl Mann
,
Martin Grosshans
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Kernaussagen
  • Beim Alkoholentzugssyndrom handelt es sich um ein vegetatives Syndrom mit breitem Symptomkomplex, das unbehandelt zu schweren Komplikationen wie Grand-Mal-Anfälle oder Delirium tremens führen kann.

  • Der Schweregrad und die medikamentöse Behandlungsnotwendigkeit des Alkoholentzugssyndroms kann bei einer stationären Therapie standardisiert mit der CIWA-Ar-Skala, die AES-typische psychopathologische und somatische Items und Parameter misst, eingeschätzt werden.

  • Eine Behandlung von Entzugssymptomen ist nicht zwingend durch eine vollstationäre Therapie notwendig. Bei der Einhaltung bestimmter Kriterien ist auch ein ambulanter Alkoholentzug möglich.

  • Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass der sog. „Kindling”-Effekt über neuronale Sensitivierungs-Mechanismen zu sukzessiv immer schwererem und komplikationsreicherem Alkoholentzug führt, sodass das Anstreben einer möglichst geringen Anzahl von Entgiftungsbehandlungen eine wesentliche Behandlungsmaxime in der Behandlung alkoholabhängiger Patienten darstellen sollte.

  • Da sich rein körperlicher Alkoholentzug („Entgiftung”) hinsichtlich einer dauerhaften Abstinenz als wenig wirksam gezeigt hat, sollten Patienten mit einem qualifizierten Alkoholentzug in spezialisierten Einrichtungen behandelt werden.



Publication History

Publication Date:
23 February 2011 (online)

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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