Komponentenbasierte Diagnostik von Nahrungsmittelallergien
Kurzkommentar zu Seite 379
Hypertrichose als lokale Nebenwirkung einer Glaukomtherapie mit Bimatoprost-Augentropfen
Kurzkommentar zu Seite 397
Komponentenbasierte Diagnostik von Nahrungsmittelallergien
Kurzkommentar zu Seite 379
In einer sehr informativen Übersichtsarbeit werden die diagnostischen Herausforderungen bei Patienten mit Nahrungsmittelallergie diskutiert. Da in Deutschland fast 1/3 der Bevölkerung vermutet unter einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, gewinnt die Identifikation von Einzelallergenen zunehmend an Bedeutung.
In der dargestellten Übersicht werden spannende Ausblicke auf eine neue, individualisierte, komponentenbasierte Diagnostik (CRD) gegeben. Diese ermöglicht eine gezieltere, sensitivere Identifizierung von Einzelallergenen, deren Einteilung in Allergenfamilien, Spezifizierung möglicher Kreuzreaktivitäten und die Bestimmung klinisch relevanter Sensibilisierungen. Möglicherweise können sogar riskante orale Provokationstestungen vermieden werden, indem die CRD zu einer Unterscheidung zwischen klinisch stummen und relevanten Sensibilisierungen beitragen kann.
Anhand verschiedener praxisrelevanter Beispiele wird hierauf eingegangen; z. B. klassische Homologe zu Betv1, aber auch seltenere Sensibilisierungen auf Lipidtransferproteine (Prolamine), die z. B. beim Pfirsich das Majorallergen darstellen. Auch die Zuordnung von Allergenen zu bestimmten Proteinfamilien kann von hohem prädikativem Wert sein; so ist das Erdnussallergen Ara h2 zu 100 % sensitiv und zu 96 % spezifisch für die Diagnose einer Erdnussallergie; bei einer zusätzlichen Sensibilisierung gegen die Speicherproteine Ara h1 und h3 treten typischerweise schwerere allergische Reaktionen auf. Viele weitere Beispiele zu klinisch relevanten Epitopen/Proteinen bei Soja, Kiwi, Latex, Karotte etc. werden aufgeführt und deren klinische Relevanz diskutiert.
Hypertrichose als lokale Nebenwirkung einer Glaukomtherapie mit Bimatoprost-Augentropfen
Kurzkommentar zu Seite 397
Wagner und Sachse stellen einen interessanten Fallbericht vor, bei dem ein 74-jähriger Patient nach Anwendung eines Prostaglandin-F2α-Analogons (Bimatoprost-Augentropfen) ein verstärktes Wachstum sowie eine verstärkte Pigmentierung der Wimpern festgestellt hatte. Leider war es auch zum Haarwachstum unterhalb des Lides/an der apikalen Wange gekommen, wohin die Tropfen verlaufen waren. Dies war so ausgeprägt, dass der Patient diesen Bereich regelmäßig rasieren musste.
Schon länger ist bekannt, dass unterschiedliche Prostaglandinderivate in der Lage sind, das Wimpernwachstum positiv zu beeinflussen; Bimatoprost scheint hierbei eine stärkere Effektivität als Latanoprost zu besitzen und ist seit 2008 auch zur Behandlung der Hypotrichose von Wimpern zugelassen.
Die pathophysiologischen Ursachen dieses Phänomens sind jedoch bis heute ungeklärt. Man vermutet, dass PGE2 und PGF2α über spezifische Prostaglandinrezeptoren das Haarwachstum fördern, Vellushaare vermehrt in Terminalhaare umgewandelt werden und die Anagenphase verlängert wird.
Wie auch der exakte Wirkmechanismus sein mag; die Anwendung von Prostaglandinen ist ein effektives Agens nicht nur zur Lokaltherapie des Glaukoms, sondern auch ein hervorragendes Mittel, das Wachstum von Wimpern positiv zu beeinflussen, um so insbesondere Patientinnen, die unter einer Hypotrichose leiden, helfen zu können.