Seit 2010 betreibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) ein nationales Register, in dem urologische Studien aus Deutschland erfasst werden. Jetzt hat das DGU-Studienregister durch eine direkte Anbindung an das offizielle deutsche Primärregister der WHO, das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS), eine deutliche Aufwertung erfahren. Als erste medizinische Fachgesellschaft Deutschlands hat die DGU einen Kooperationsvertrag mit dem DRKS geschlossen.
"Ziel des Registers ist, dass sich Ärzte, Betroffene und potenzielle Studienpartner rasch und übersichtlich über die Studienaktivitäten in der Urologie umfassend informieren können", betont Prof. Dr. Bernd Wullich, Leiter des DGU-Studienregisters und DGU-Vorstand für Forschungsförderung. Das Register ist als wichtigste Anlaufstelle für die Suche nach in Deutschland geplanten, laufenden und abgeschlossenen klinischen Studien in der Urologie im Internet zu finden unter:
www.dgu-studien.de
Nutzer kann Suche auf spezielle Erkrankungen eingrenzen
Nutzer kann Suche auf spezielle Erkrankungen eingrenzen
Über seinen öffentlichen und kostenfreien Zugang bietet das DGU-Register verschiedene Modi für die Suche nach urologischen Studien. Durch den Kooperationsvertrag wurde die vom DRKS übernommene und in das DGU-Register integrierte Suchmaske um zusätzliche Optionen erweitert. So kann der Nutzer die Suche auf spezielle Erkrankungen eingrenzen oder auch nach einem bestimmten Status der Rekrutierung von Studienteilnehmern filtern. Dadurch wird das DGU-Register nach Ansicht des Administrators Dr. Christoph Becker auch für Patienten besonders interessant, die von dort an alle Informationen und Kontaktdaten gelangen, die für eine Anmeldung zur Studienteilnahme notwendig sind.
Direkte Angliederung an Deutsches Register Klinischer Studien
Direkte Angliederung an Deutsches Register Klinischer Studien
Durch die unmittelbare Verbindung mit dem DRKS, das am Universitätsklinikum Freiburg angesiedelt ist, erfüllen alle über das DGU-Register angemeldeten Studien die Vorgaben der WHO. Von der neuen Partnerschaft profitieren indes beide Seiten. "Wir werden durch die steigende Anzahl bei uns registrierter Studien als ebenbürtiges, deutsches Pendant zum US-Studienregister ‚ClinicalTrials.gov’ bekannter", sagt die zuständige DRKS-Projektmanagerin Dr. Susanne Jena und erwähnt Kooperationspläne mit weiteren medizinischen Fachgesellschaften nach dem Vorbild der Urologie. DGU-Forschungs-koordinator Dr. Becker sieht die Vorteile für sein Fach in der umfassenden Darstellung urologischer Studien, ohne sie mehrfach eingeben zu müssen. Alle Studien aus Primärregistern werden automatisch in das ICTRP-Metaregister der WHO übernommen und stehen damit global zur Verfügung.
Register sammelt zu einem Thema alle Forschungsergebnisse
Register sammelt zu einem Thema alle Forschungsergebnisse
Der wichtigste Aspekt ist für Becker jedoch, dass durch die Anmeldung und Registrierung geplanter klinischer Studien über das DGU-Studienregister und damit letztlich über das DRKS die Anforderungen des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) zwingend erfüllt werden. Sie verlangen im Kern, dass geplante klinische Studien vor Forschungsbeginn angemeldet und registriert werden müssen. Andernfalls sei eine spätere Veröffentlichung der Ergebnisse in medizinischen Fachmedien abzulehnen. Hintergrund dafür ist der sogenannte "Publikationsbias", die unausgewogene und statistisch verzerrte Darstellung der Forschung zu einem Thema insgesamt. Indem unerwünschte oder nicht-signifikante Ergebnisse einfach in Schubladen verschwinden, werden Berichterstattung und Überblick über die tatsächliche Forschung zu dem Thema verzerrt, erläutert Becker. Dem wirkt die ICMJE-konforme prospektive Registrierung klinischer Studien entgegen.
Einführungsseminare auf DGU-Kongress geplant
Einführungsseminare auf DGU-Kongress geplant
Beim 64. DGU-Kongress, der vom 26.–29. September 2012 in Leipzig stattfindet, wird in Einführungsseminaren das gesamte Leistungsspektrum des DGU-Studienregisters vorgestellt und seine einfache Handhabung demonstriert – insbesondere das Anmelden und Registrieren urologischer Studien.
Nach einer Pressemitteilung (DGU)