Protektiver Effekt von Betulin-Emulsionen
Kurzkommentar zu Seite 499
Klinische Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Medizinproduktes zur Prophylaxe
des Auftretens akuter Symptome bei Patienten mit Hämorrhoidalleiden
Kurzkommentar zu Seite 504
Protektiver Effekt von Betulin-Emulsionen
Kurzkommentar zu Seite 499
Hautschützende Emulsionen haben in der Dermatologie einen hohen Stellenwert in der
Prävention – insbesondere bei berufsbedingten irritativen Ekzemerkrankungen. Die regelmäßige
Anwendung verbessert die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich und trägt
unter gesundheitsökonomischen Aspekten maßgeblich zur Reduktion von Krankheitstagen
und Arztbesuchen bei. Die Studie der beiden Autoren untersucht den protektiven Effekt
von Betulin (Birkenkorktrockenextrakt) in Hautschutzcremes im repetitiven Waschtest
mit Natriumlaurylsulfat. Dabei wurden direkt nach der Waschung sowie nach drei und
sieben Tagen biophysikalische Messungen zur Bestimmung des Hautzustandes durchgeführt.
Die Autoren konnten zeigen, dass beide Betulin-Präparate sowie das Hautschutzpräparat
Excipial Protect® den gleichen protektiven Effekt haben. Eine Messung der antiinflammatorischen Wirkung
von Betulin-haltigen Cremes wurde nicht durchgeführt.
In der Diskussion wird deutlich, wie wichtig die wissenschaftliche Prüfung des protektiven
Effekts der Hautschutzcremes ist. Nur so kann für die Zusammenstellung des individuellen
Hautschutzplanes die richtige Wahl der Pflegeprodukte getroffen werden, können doch
beispielsweise glyzerinfreie Öl-Wasser-Emulsionen die Hautbarriere durch Austrocknung
gefährden anstatt sie zu schützen.
Studien wie diese sind unter anderem auch deshalb wichtig, weil sich durch eine Produktvariabilität
der Hautschutzsalben mehr Therapiemöglichkeiten für Betroffene mit zusätzlicher Pfropfallergie
auf Salbeninhaltsstoffe ergeben.
Für den täglichen Einsatz in der Praxis ist es sehr erfreulich, dass alle geprüften
Produkte den erwünschten protektiven Effekt haben.
Klinische Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Medizinproduktes zur Prophylaxe
des Auftretens akuter Symptome bei Patienten mit Hämorrhoidalleiden
Kurzkommentar zu Seite 504
Patienten mit Hämorrhoiden leiden häufig unter Juckreiz und Brennen. Die Therapie
erweist sich besonders dann als schwierig, wenn die Hämorrhoiden noch zu klein sind,
um mittels Gummibandligatur oder Sklerotherapie behandelt zu werden. Häufig kommt
es bei Anwendung von Hämorrhoidalsalben aufgrund deren hohen allergologischen Potenzials
von beispielsweise den enthaltenen Lokalanästhetika zu Kontaktallergien. Die Autoren
haben die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Hautschutzsalbe an Patienten mit Hämorrhoiden
Grad l – ll untersucht. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe nahmen Juckreiz
und Brennen deutlich ab. Akutmedikamente wie schmerzlindernde Hämorrhoidalsalben kamen
wesentlich seltener zur Anwendung. Allergische Reaktionen bei zweimal vierwöchiger
Anwendung mit dazwischenliegender Behandlungspause traten bei der Jojoba-, Bienenwachs-
und Cetiol-haltigen Schutzsalbe nicht auf.
Leider wurde in dieser ersten Untersuchung nur mit einer unbehandelten Kontrollgruppe
verglichen. In einem nächsten Schritt ist sicher eine doppelblinde, plazebokontrollierte
Studie sinnvoll. Nur so kann gezeigt werden, dass sich der beobachtete positive Effekt
der Anwendung des Präparates wirklich auf die Inhaltsstoffe zurückführen lässt und
nicht nur durch die rückfettenden Maßnahmen entsteht.
Insgesamt dennoch eine wichtige Publikation, die uns den hohen protektiven Stellenwert
der kontinuierlichen Anwendung von Hautschutzcremes bei Patienten mit chronischen
Hämorrhoidalleiden aufzeigt.