Aktuelle Dermatologie 2013; 39(10): 380
DOI: 10.1055/s-0033-1360567
Derma-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Narbenprophylaxe – Was bringt das Tapen am Stamm?

Contributor(s):
Friedericke Klein
Rosengren H et al.
Dermatol Pract Concept 2013;
3: 75-83
Further Information

Publication History

Publication Date:
05 November 2013 (online)

 
 

Studien zeigen, dass Patienten mit Narben am Stamm viel unzufriedener sind als mit Narben an anderen Körperstellen. H. Rosengren et al. sind in Australien nun der Frage nachgegangen, ob eine verlängerte Anwendung adhäsiver Pflaster ein kosmetisch besseres Narbenresultat ergeben könnte.
Dermatol Pract Concept 2013; 3: 75–83

An der Studie nahmen 195 Patienten teil, die eine elliptische Exzisionswunde wegen der Entfernung eines Hautkrebses oder eines verdächtigen Pigmentmals aufwiesen. Randomisiert erfolgte nach tiefer und subkutikulärer Naht entweder eine Wundversorgung wie üblich oder ein 12-wöchiges Tapen. Für diese Langzeitanwendung von 10 cm langen und 1cm breiten Pflastern wurden Angehörige angewiesen, die Tapes jede Woche am selben Tag zu erneuern. Dabei wurden die Pflaster parallel ohne Überlappung aufgebracht, weil sich gezeigt hat, dass sie so länger haften. Alle Patienten konnten nach der Operation Analgetika erhalten, dies war aber nur bei 22,6 % der Patienten notwendig.

Ein für die Wundbehandlung verblindeter Gutachter beurteilte die Narben nach 3 und 6 Monaten hinsichtlich des Gesamteindrucks und der Narbenbreite, außerdem wurde die Zufriedenheit der Patienten evaluiert.

Männer profitieren mehr

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Besonders bei Männern zeigt das Tapen von Exzisionswunden am Rumpf einen positiven Effekt auf die Narbenbildung. (Bild: Symbolbild © zamphotography / Fotolia.com)

Von den 195 Studienteilnehmern konnten nach 6 Monaten noch 136 ausgewertet werden. Davon hatten 63 ein 3-monatiges Tapen erhalten, 73 gehörten zur Kontrollgruppe. Der unabhängige und verblindete Gutachter beurteilte das klinische Gesamtbild der Narben in der Tape-Gruppe als deutlich besser als in der Kontrollgruppe (p = 0,004). Insgesamt zeigte sich ein geringer Unterschied in der Narbenbreite in den beiden Gruppen um 1mm (p = 0,02), der bei separater Auswertung der Geschlechter für Männer mit 3mm aber deutlich ausgeprägter war (p = 0,04), für Frauen dagegen keinen statistisch signifikanten Unterschied zeigte (p = 0,2). Möglicherweise hängt dies mit einer ausgeprägteren Rumpfaktivität der Männer zusammen, mutmaßen die Autoren. Die Patienten selbst zeigten sich mit dem Heilungserfolg nach Exzision insgesamt sehr zufrieden, eine weitere Zunahme der Zufriedenheit war durch das längere Tapen nicht festzustellen.

Fazit

Das 12-wöchige Tapen elliptischer Exzisionswunden am Stamm nach dermatologischen Eingriffen kann das kosmetische Narbenbild nach 6 Monaten verbessern, so die Autoren.


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Besonders bei Männern zeigt das Tapen von Exzisionswunden am Rumpf einen positiven Effekt auf die Narbenbildung. (Bild: Symbolbild © zamphotography / Fotolia.com)