Agarwal R, Sinha AD, Pappas MK et al.
Hypertension in hemodialyis patients treated with atenolol or lisinopril: a randomized controlled trial.
Nephrol Dial Transplant 2014;
29: 672-681
Quelle: Agarwal R, Sinha AD, Pappas MK et al. Hypertension in hemodialyis patients treated with atenolol or lisinopril: a randomized controlled trial. Nephrol Dial Transplant 2014; 29: 672–681
Thema: Es sollte bei Patienten mit regelmäßiger Hämodialysetherapie überprüft werden, welche antihypertensive Therapie sowohl den Blutdruck auch die linksventrikuläre Hypertrophie besser beeinflusst. Es wurden 2 antihypertensive Regime unter Verwendung eines β-Blockers bzw. eines ACE-Hemmers (ACE: Angiotensin Converting Enzyme) untersucht.
Projekt: In einer Open-Label-Studie bekamen je 100 Patienten den ACE-Hemmer Lisinopril oder den β-Blocker Atenolol als antihypertensive Therapie an 3 Tagen pro Woche nach der Dialysetherapie. Einmal im Monat wurde der Blutdruck zu Hause gemessen und ein Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg angestrebt. Dies wurde durch eine Anpassung des Trockengewichts, durch eine assoziierte Blutdruckmedikation bzw. auch eine Natriumrestriktion erreicht. Als primärer Endpunkt wurde die Veränderung des linksventrikulären Massenindex nach 12 Monaten untersucht.
Ergebnisse: Zu Beginn der Untersuchung wurde bei allen Patienten eine ambulante Langzeitblutdruckmessung 44 h durchgeführt. Die Blutdruckwerte waren in beiden Gruppen gleich (151,5/87,1 mmHg). Beide Gruppe wurden durch die Therapie bzgl. des Blutdrucks in gleicher Weise besser und es zeigte sich kein signifikanter Unterschied in den beiden Behandlungsgruppen, wenn auch der blutdrucksenkende Effekt in der Atenololgruppe numerisch ausgeprägter war.
In der Lisinoprilgruppe war eine erhöhte Zahl von Blutdruckmedikamenten notwendig und das Trockengewicht war intensiver gesenkt worden. Eine unabhängiges Sicherheitsgremium hat den Initiatoren der Studie einen frühzeitigen Abbruch aufgrund von Unterschieden in der Rate kardiovaskulärer Ereignisse empfohlen. In der Atenololgruppe zeigten sich bei 16 Patienten 20 schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, während sich in der Lisinoprilgruppe bei 28 Patienten 43 schwerwiegende Ereignisse zeigten.
Ein kombinierter Endpunkt aus Myokardinfarkt, Schlaganfall, Hospitalisierung bei Herzinsuffizienz bzw. kardiovaskulärer Tod trat bei 10 Patienten in der Atenololgruppe mit 11 Ereignissen ein, während in der Lisinoprilgruppe bei 17 Patienten 23 Ereignisse beobachtet wurden. Die Hospitalisierung aus jeglichem Grund war in der Lisinoprilgruppe signifikant erhöht (RR 1,61; 95-%-KI 1,18–2,19; p = 0,002). In beiden Gruppen zeigte sich eine Verbesserung bei der linksventrikulären Masse, wobei zwischen den Medikamenten kein Unterschied zu bemerken war.
Fazit: Es zeigte sich, dass eine atenololbasierte Therapie in der Behandlung von terminal nierenerkrankten Patienten mit Hypertonie und linksventrikulärer Hypertrophie in Bezug auf kardiovaskuläre Mortalität und auch Risiko für Hospitalisierung gegenüber dem Einsatz von Lisinopril überlegen ist.
Schlüsselwörter: Blutdrucktherapie – β-Blocker – ACE-Hemmer – Hämodialyse – Patienten – linksventrikuläre Hypertrophie