Zusammenfassung
Die erweiterte Resektion von malignen Erkrankungen des kleinen Beckens führt zu großen
Weichteildefekten im Bereich des Perineums. Dies ist der Fall bei Prozeduren wie z. B.
ausgedehnter extralevatorischer Rektumexstirpation und Beckenexenteration. Aus solchen
Eingriffen resultieren große sakrale/perineale Wunden, die in aller Regel schwer zu
versorgen sind. Ein primärer Verschluss im kleinen Becken ist, aufgrund der häufig
vorangegangenen Radiatio und der fehlenden Gewebesubstanz nach Resektion (insbesondere
Muskelgewebe), oft nicht oder nur unter nicht akzeptabler Spannung durchzuführen.
Die Folge können schlecht oder nicht heilende Wunden sein mit hohem Pflegeaufwand
und erhöhtem Risiko für sekundäre Probleme einschließlich Tumorrezidiven. Ein dauerhafter
Verschluss von guter Qualität kann daher nur durch Mobilisation von Muskelgewebe erfolgen.
Dies kann durch das Rotieren oder Verschieben von Muskellappen mit oder ohne Hautinsel
erfolgen wie dem M.-glutaeus-maximus-Lappen, dem vertikalen M.-rectus-abdominis-Lappen
(VRAM) oder freien Lappen wie dem M.-latissimus-dorsi-Lappen.
Abstract
Extended resections of pelvic malignancies, especially in cases of recurrent malignancies,
result in the formation of large tissue defects in the region of the pelvic floor
and perineum, which are difficult to deal with. Both after extra levator rectal excision
and pelvic exenteration, wound healing deficiencies and local infections of the perineal
wound are frequent. Primary closure is often impossible due to a lack of tissue substance
after resection and an additional previous radiotherapy in most cases. This can result
in poor or non-healing wounds, a consecutive need of complex care and an increased
risk of secondary problems including tumour recurrences. A permanent wound closure
of good quality can therefore only be achieved by plastic surgery. This can be done
by local or distant muscle flaps with or without skin, for example, the gluteus maximus
flap, the vertical rectus abdominis muscle flap (VRAM) or free flaps such as the latissimus
dorsi flap.
Schlüsselwörter
Beckenexenteration - Wundinfekt - Lappenplastik - Wundheilungsstörung
Key words
pelvic exenteration - wound infection - plastic reconstruction - wound healing disorder