manuelletherapie 2015; 19(03): 101
DOI: 10.1055/s-0035-1557149
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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  • Claus Beyerlein

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Publication Date:
15 July 2015 (online)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
„Gefahr im Kiefer“ titelt Spiegel Online Mitte Mai 2015 und macht auf ein Phänomen aufmerksam, welches einen relativ großen Personenkreis zu beeinträchtigen scheint [1]. Die Rede ist von Patienten, die mit den Zähnen knirschen, über Kiefergelenkbeschwerden oder Kopfschmerzen klagen, die auf eine sogenannte kraniomandibuläre Dysfunktion zurückzuführen sind.

Als wir im Jahr 2007 zusammen mit der Zahnklinik der Universität Ulm erstmals Workshops mit dem Titel „Physio meets Dentist“ anboten, zeigte sich, wie wichtig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen Physiotherapie, Zahnheilkunde, Kieferorthopädie, Psychologie und Zahntechnik ist und wie enorm die jeweiligen Berufsgruppen voneinander profitieren können. In der heutigen Zeit sollte diese Zusammenarbeit eigentlich mehr als selbstverständlich sein. Warum? Weil der Komplex „Kiefergelenk“ und die damit zusammenhängenden Beschwerden multifaktoriell sind.

Hier stellt sich die berühmte Frage nach „Henne“ und „Ei“. Lag der verspannten und hypertonen Kaumuskulatur ein dentales Problem zugrunde, oder löste die verspannte Kaumuskulatur ein dentales Problem aus? Führten vielleicht die spezifischen Lebensumstände zu einem Zähneknirschen und als Folge zu einem Hypertonus der Kaumuskulatur? Was können Schienen leisten und welche Rolle spielt die Patientenaufklärung? Fragen über Fragen ...!

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe der manuelletherapie beschäftigt sich mit dem Kiefergelenk. Ich hoffe, Sie erhalten Antworten auf Ihre Fragen zu diesem komplexen Thema. Unter den Autoren sind Prof. Hans J. Schindler aus Karlsruhe, der den Einführungsartikel schrieb, Dr. Daniel Hellmann (neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Zahnarzt an der Uniklinik Heidelberg auch Zahntechniker) und Monika Knust-Waßmuth. Sie ist Physiotherapeutin und Gewinnerin des IFK-Wissenschaftspreises im Jahr 2006 mit dem Thema Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Ich freue mich auf Ihr Feedback und einen kollegialen Austausch.
Herzliche Grüße
Ihr Claus Beyerlein

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