Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2007; 35(05): 367-369
DOI: 10.1055/s-0038-1622640
Hund/Katze
Schattauer GmbH

Das Cauda-equina-Syndrom als Ursache von Erektion und Ejakulation bei einem Hund

Erection and ejaculation as symptoms of cauda equina syndrome in a dog
J Sterna
1   Klinik für kleine Haustiere, Lehrstuhl der Klinischen Wissenschaften (Prof. Dr. P. Szeleszczuk)
,
M Kupczyńska
2   Lehrstuhl der Morphologischen Wissenschaften (Prof. Dr. H. Kobryń), Fachbereich Veterinärmedizin, Landwirtschaftliche Hochschule Warschau)
,
B Degórska
1   Klinik für kleine Haustiere, Lehrstuhl der Klinischen Wissenschaften (Prof. Dr. P. Szeleszczuk)
,
P Jurka
1   Klinik für kleine Haustiere, Lehrstuhl der Klinischen Wissenschaften (Prof. Dr. P. Szeleszczuk)
› Author Affiliations
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Publication History

Eingegangen: 13 April 2006

akzeptiert: 14 October 2006

Publication Date:
04 January 2018 (online)

Zusammenfassung:

Gegenstand und Ziel: Vorstellung eines Hundes mit Cauda-equina-Syndrom, das untypische Krankheitserscheinungen verursachte. Material und Methoden: Ein dreieinhalbjähriger Berner Sennenhund zeigte Schmerzen im lumbosakralen Bereich der Wirbelsäule. Besonders deutlich war die Schmerzhaftigkeit beim Treppensteigen. Im Anschluss daran legte sich der Hund oft hin und in einigen Fällen kam es zur Erektion und Ejakulation. Anhand der klinischen, radiologischen und kernspintomographischen Befunde wurde ein Cauda-equina-Syndrom diagnostiziert. Es erfolgte eine Laminektomie im Bereich L7/S1 durchgeführt. Ergebnisse: Nach dem Eingriff sistierten alle Krankheitssymptome. Schlussfolgerung: Eine mechanische Reizung von Nerven im Bereich S1-S3 kann über zwei Wege eine Erektion und Ejakulation verursachen: zum einen über die Nervi pelvini und Nervi splanchnici sacrales, die zusammen den Plexus pelvinus bilden, aus dem die Nervi corporis cavernosi penis stammen; zum anderen über den N. dorsalis penis, der die Hauptfortsetzung des N. pudendus darstellt und dadurch auch im ersten bis dritten Kreuzsegment seinen Ursprung hat. Klinische Relevanz: Bei Hunden mit Cauda-equina-Syndrom kann als Krankheitssymptom eine Erektion mit Ejakulation auftreten. Auch dieses untypische Symptom lässt sich durch eine klassische Laminektomie beseitigen.

Summary:

Objective: Presentation of a case of lumbosacral disease (cauda equina syndrome) with untypical signs. Material and methods: A 3.5-year-old male Bernese Mountain Dog was presented with lower back pain. The pain was always exacerbated when climbing stairs. Then the dog would lie down and sometimes erection and ejaculation would occur. On the basis of clinical and radiological examinations as well as magnetic resonance imaging lumbosacral disease was diagnosed. Dorsal laminectomy L7/S1 was performed. Results: Following surgery all clinical signs resolved. Conclusion: The reason for erection and ejaculation was probably irritation of the spinal nerves S1-S3 which were active through plexus pelvinus, nervi corporis cavernosi and/or nervus pudendus and nervus dorsalis penis. Clinical relevance: In dogs with lumbosacral disease additional clinical signs of erection and ejaculation may be observed. Laminectomy in the L7/S1 space also leads to resolution of these clinical signs.