Einl.: Die Aktivität von Phospho-AKT sowie IGF-R hat entscheidenden Einfluss auf Zellproliferation, Stoffwechsel sowie das Zellwachstum von Tumorzellen. Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss der Tyrosinkinaseinhibitoren Dasatinib, Nilotinib, Gefitinib, Erlotinib sowie des mTOR-Inhibitor Everolimus auf die Expression von Phospho-AKT und IGF-R in p16-positiven und -negativen Plattenepithelkarzinomzellen. Meth.: Mittels ELISA wird die Proteinexpression von AKT und IFG-R an den Zelllinien HNSCC 11A, HNSCC 14C und der p16-positiven Zelllinie CERV196 gemessen. Die Bestimmung erfolgt nach Exposition mit Dasatinib, Nilotinib, Gefitinib, Erlotinib und Everolimus bei 20 µmol/l nach Inkubationszeiten von 24 – 96 Stunden und wurde mit einer chemonaiven Kontrolle verglichen. Ergeb.: Alle verwendeten Medikamente führten zu einer signifikanten Reduktion der Expression von AKT und IGF-R in allen Zellreihen (p < 0.05). In p16-positiven Tumorzellen fällt die Expressionsreduktion von AKT durch alle Medikamente stärker aus als bei p16-negativen Zellen. Für IGF-R zeigen wiederum p16-negative Zellen eine stärkere Reduktion der Expression. Schlussf.: Diese Studie zeigt erstmals den Einfluss von Tyrosinkinaseinhibitoren auf die Expression von IGF-R und AKT in p16-positiven und -negativen Plattenepithelkarzinomzelllinien. Der HPV-Status ist assoziiert mit deutlich unterschiedlichen Expressionsverhalten auf die verwendeten Medikamente. Auf p16-negative Zellen zeigt sich eine vor allem antiangiogenetische Wirkung durch die Reduktion der IGF-R Expression, für p16-positive Zellen kann vor allem eine verminderte Aktivität des AKT-Signalweges beobachtet werden. Dies bietet Raum, in Abhängigkeit des HPV Status, langfristig selektivere Therapieansätze für den Humanversuch zu etablieren.