Einleitung:
EAT-10 (Eating Assessment Tool) ist ein symptom-spezifischer Fragebogen zur systematischen Erfassung von Schluckstörungen. Inzwischen liegt EAT-10 in zahlreichen Sprachen validiert vor, eine validierte deutsche Version existiert jedoch noch nicht. Ziel der hier vorgestellten Studie war daher die Übersetzung dieses Fragebogens und zunächst Reliabilitätsüberprüfung für Kopf-Hals-Tumor-Patienten.
Methoden:
Die Übersetzung von EAT-10 erfolgte gemäß den Richtlinien zur Übersetzung fremdsprachlicher Messinstrumente. Insgesamt wurde EAT-10 von 81 Kopf-Hals-Tumor-Patienten (76% männlich, Altersspanne 28 – 85, Median 64; Tumorstadium (UICC) I-IV) ausgefüllt. Die Reliabilität bzw. interne Konsistenz wurde durch Cronbachs Alpha bestimmt, die Zusammenhänge zwischen EAT-10-Gesamtscore sowie Tumorstadium bzw. -lokalisation durch eine Spearman-Korrelation bzw. Kruskal Wallis H-Test geprüft.
Ergebnisse:
Cronbachs Alpha betrug 0,937. Das Tumorstadium korrelierte mit dem EAT-10-Gesamtscore (ρ= 0,403, p < 0,001). Die Unterschiede in der Ausprägung des EAT-10-Gesamtscores je nach Tumorlokalisation erwiesen sich als hoch signifikant: χ2(2)= 11,78, p = 0,003.
Schlussfolgerungen:
Die deutsche Version von EAT-10 demonstrierte eine sehr gute Reliabilität. Das Tumorstadium korrelierte signifikant, aber eher mäßig mit dem EAT-10-Gesamtscore. Höhere Tumorstadien gingen dabei mit höheren EAT-10-Werten, d.h. mit einer stärkeren Schluckstörung, einher. Patienten mit Oropharynx-Karzinomen schätzten ihre Schluckbeschwerden als besonders gravierend ein, die Beschwerden der Patienten mit Mundhöhlenkarzinomen waren dagegen am schwächsten ausgeprägt. Die deutsche Version von EAT-10 erwies sich als reliables Instrument zur Erfassung der Schluckbeschwerden bei Kopf-Hals-Tumor-Patienten.