Einleitung:
Der Zusammenhang zwischen Dosisvolumen und Funktionseinschränkung bei der Bestrahlung von Kopf-Hals-Malignomen ist bekannt. Die Einschränkung der Schluckfunktion steht hierbei an erster Stelle. Definierte Werte, ab denen eine Verschlechterung der Schluckfunktion vorliegt, gibt es bisher nicht.
Material und Methoden:
Es wurden 101 Patienten nach Therapie eines Oropharynxkarzinom von 4/2012 – 10/2014 retrospektiv analysiert. Die Nachsorgedaten zur Selbsteinschätzung der Schluckfunktion sowie objektive Parameter wurden mit dem Tool "OncoFunction" erfasst. Zur Bestimmung der Bestrahlungsdosis wurden die pharyngealen Strukturen aus den Bestrahlungsplanungs-CT der Patienten segmentiert und die Bestrahlungsdosen berechnet.
Ergebnisse:
Für die Mm. constrictores sowie den M. cricopharyngeus konnte eine signifikante Korrelation zwischen Bestrahlungsdosis und Funktionseinschränkung gefunden werden. Patienten, die eine Bestrahlungsdosis > 45 Gy auf den M. cricopharyngeus erhielten, zeigten eine signifikant (p < 0,05) verschlechterte subjektive und objektive Schluckfunktion. Auch für die Mm. constrictores ließ sich mittels ROC-Analysen ein signifikanter kausaler Zusammenhang (p < 0,05) nachweisen. Insbesondere bei gleichzeitiger Chemotherapiegabe konnte eine verschlechterte Schluckfunktion beobachtet werden.
Diskussion:
Vorliegende Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bestrahlungsdosis auf schluckrelevante Risikoorgane und verschlechterter Schluckfunktion. Hier wurden Grenzwerte bestimmt, ab denen eine signifikante Verschlechterung der Schluckfunktion auftritt.