Zielsetzung:
Es wurde der Zusammenhang zwischen Konisation und Frühgeburtlichkeit mit perinatalem Outcome mittels einer populationsbasierten Untersuchung analysiert.
Methoden:
Es wurden die Daten der externen gesetzlichen Qualitätssicherung (AQUA Institut), die etwa 98% aller Geburten in Deutschland umfasst, für die Jahre 2009 – 2014 ausgewertet. Dabei wurden Frauen mit einer dokumentierten Konisation vor der Geburt (Fallgruppe) Frauen ohne Konisation (Kontrollgruppe) gegenübergestellt. Es wurden nur Erstgebärende mit Einlingsschwangerschaften ab einem Gestationsalter bei Entbindung von 23+0 SSW in die Untersuchung eingeschlossen.
Primäre Zielkriterien:
Gestationsalter bei Geburt, Geburtsgewicht, perinatale Morbidität und Mortalität. Die Analyse erfolgte uni- und multivariat.
Ergebnisse:
Es wurden für 2009 – 2014 insgesamt 4.002.503 Geburten identifiziert. Für die Analyse wurden 1.573.200 Geburten eingeschlossen: Fallgruppe n = 14.337, die Kontrollgruppe n = 1.328.057. Frauen der Fallgruppe waren häufiger ledig, berufstätig, hatten einen niedrigeren Body-Mass-Index und waren im Durchschnitt älter als die Frauen der Kontrollgruppe. Die Säuglinge der Fallgruppe wiesen im Durschnitt ein niedrigeres Geburtsgewicht auf [Mittelwert (SA), 3,240 g (± 603 g) vs. 3,307 g (± 545 g), p < 0,0001]. Die Frühgeburtenrate nach Konisation war im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher: 12,2% vs. 7,4% (Chi2 < 0,000; OR 1,7; 95% KI: 1,65 – 1,83). Für extreme Frühgeburtlichkeit (< 28 SSW) betrug die OR sogar 2,13 (KI: 1,8 – 2,52). Kein Unterschied fand sich für die Zahl der Totgeburten und für die perinatalen Todesfälle innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt (OR 0,9, 95% KI: 0,66 – 1,25; OR 1,6, 95% KI: 0,92 – 2,65).
Zusammenfassung:
Erstmals wurde für Deutschland auf der Basis einer umfassenden populationsbezogenen Analyse eine erhöhte Frühgeburtenrate (OR: 1,7) nach Konisation belegt.