Einleitung:
Die korrekte Differenzierung von Halslymphknoten (LK) ist zentraler Bestandteil der Diagnostik von Kopf-Hals-Malignomen. VTIQ ist eine relativ neue elastographische Methode der Sonografie, welche quantitative Messungen der mechanischen Steifigkeit des Gewebes ermöglicht. Hierbei konnte in Studien eine Zunahme der Steifigkeit bei LK-Metastasen bei Plattenepithelkarzinomen (PECA) gezeigt werden. Untersuchungen zu Lymphomen gibt es bislang jedoch kaum.
Material und Methoden:
In einer prospektiven Studie mit 50 Patienten (41 Benignome und 9 Lymphome) wurden Scherwellengeschwindigkeiten anhand VTIQ analysiert und mit dem histopathologischen Ergebnis verglichen. Andere bösartige, metastatische Erkrankungen an Lymphknoten wurden ausgeschlossen. Es erfolgten Gruppenvergleiche mittels Chi-Quadrat- sowie Mann-Whitney-U-Tests.
Ergebnisse:
Sowohl die maximalen als auch die minimalen Scherwellengeschwindigkeiten innerhalb der zervikalen Raumforderungen zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen benignen Raumforderungen und Lymphomen (p = 0,785 bzw. p = 0,193). Außerdem wurde die prozentuale Fläche der Raumforderungen mit Scherwellengeschwindigkeiten > 6 m/s bzw. < 3,5 m/s verglichen. Hierbei konnte mittels Chi-Quadrat Test ebenso kein signifikanter Unterschied festgestellt werden (p = 0,636 bzw. p = 0,496).
Die Scherwellengeschwindigkeit für regelhaftes Weichgewebe am Hals liegt im Median bei 2,02 m/s (Interquartilsabstand: 1,80 m/s; 2,49 m/s).
Schlussfolgerung:
Die multimodale Sonografie mit VTIQ zeigt keine Unterschiede zwischen Lymphomen und benignen Lymphknotenveränderungen. Daher muss weiterhin eine Gewebeprobe zur histopathologischen Befundung entnommen werden. Die Scherwellengeschwindigkeit für regelhaftes zervikales Weichgewebe liegt gemessen mit VTIQ im Median bei 2,02 m/s.