Einleitung:
Die vor allem vestibulotoxische Wirkung des Aminoglykosid-Antibiotikum Gentamicin konnte in zahlreichen klinischen und experimentellen Studien bestätigt werden. Nichtsdestotrotz wird Gentamicin als potentes Medikament zur Behandlung der Neugeborenensepsis in der Neonatologie vielfach eingesetzt. Ziel der vorgestellten Studie ist es, Kleinkinder, die perinatal eine fünftägige Gentamicin-Therapie erhalten haben, mittels Videokopfimpulstests (vKIT) auf eine vestibuläre Hypofunktion zu untersuchen.
Methode:
Bei 17 (n = 17) Kindern im Alter zwischen 3 – 4 Jahren, die perinatal eine fünftägige intravenöse Gentamicin-Therapie im Rahmen einer Neugeborenensepsis erhalten hatten, wurde die Bogengangsfunktion mittels vKIT evaluiert. Zielparameter hierbei waren der Gain nach 40, 60 und 80 ms sowie das Auftreten von Refixationssakkaden.
Ergebnisse:
Vorläufige Daten zeigen, dass bei allen in die Studie eingeschlossenen Kindern ein normwertiger Gain gemessen werden konnte. Darüber hinaus zeigten sich keine pathologischen Catch-Up Sakkaden.
Schlussfolgerung:
Eine perinatale intravenöse Gentamicintherapie scheint bei Kindern keine dauerhaft messbare vestibulotoxische Wirkung zu verursachen. Weitere Untersuchungen an größeren Kohorten sind notwendig,