Einleitung:
Die Empfindungsschwelle (ES) bei der selektiven oberen Atemwegstimulation (sUAS) gibt an, bei welcher Stimulationsintensität der Patient zum ersten Mal die Stimulation wahrnimmt, während die funktionelle Schwelle (FS) die Stimulationsintensität darstellt, bei der sich eine Zungenprotrusion über die untere Zahnreihe zeigt. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, wie sich die Stimulationsintensität und die zwei Stimulationsschwellen über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verändern.
Methoden:
Alle Patienten, die seit Dezember 2013 mit einem Stimulationsystem der oberen Atemwege versorgt wurden und die ausschließlich eine bipolare Stimulation aufwiesen, wurden eingeschlossen. Erhoben wurden ES, FS, die titrierte Stimulationsintensität sowie der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI).
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 82 Patienten eingeschlossen (Geschlecht: 69 m, 13 w; Alter: 60 ± 11 Jahre; BMI: 29,8 ± 4,0 kg/m2). Zwei Monate postoperativ (M2) zeigte sich eine mediane ES von 0,8 ± 0,5V. Im Beobachtungszeitraum von 36 Monaten ließ sich keine signifikante Veränderung der ES beobachten. So lag die ES bei 36 Monaten (M36) bei 1,0 ± 0,4V (p = 0,12). Ähnliche Ergebnisse wurden auch bei der FS und titrierten Stimulationsintensität beobachtet. Der AHI reduzierte sich signifikant von 31,4 ± 13,1/h auf 5,7 ± 5,2/h bei M36 (p < 0,05).
Schlussfolgerung:
Die Stimulationsintensität bei der sUAS zeigt über drei Jahre keine signifikante Veränderung. Bei konstanter Stimulationsintensität konnte der AHI im Beobachtungszeitraum signifikant gesenkt werden. Dies deutet darauf hin, dass sich die Reizschwelle des N. hypoglossus im Verlauf der Stimulationstherapie nicht verändert.