Einleitung:
Trotz Optimierung des perioperativen Managements sowie der chirurgischen Techniken bleibt die Ösophagektomie nach Ivor-Lewis ein komplexer operativer Eingriff mit signifikanter postoperativer Morbidität sowie Mortalität.
Die Anastomoseninsuffizienz ist hierbei eine schwerwiegendste postoperative Komplikation. Selbstexpandierende Metallstents (SEMS) sind hier die etablierte endoskopische Therapieoption, jedoch stellt sich die endoskopische Vakuumtherapie (EVT) als eine vielversprechende Alternative dar. Die Kombination aus EVT und SEMS bei großen, komplexen Insuffizienzen scheint nun eine neue Therapieoption darzustellen.
Fallbericht:
Ein 60-jähriger Patient erhielt eine Ivor-Lewis Ösophagektomie bei distalem Ösophaguskarzinom. Bei Kostaufbaubeginn zeigte der Patient Zeichen einer Sepsis. In der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) am 8. postoperativ Tag (POD) stellte sich eine semizirkuläre Dehiszenz mit großer mediastinaler Abszesshöhle dar. Eine EVT wurde begonnen mit intracavitär platziertem Sponge. Die Folge-ÖGD (12. POD) zeigte eine unverändert Wundhöhle, weswegen zwei Sponges in die Höhle eingelegt wurden. In der ÖGD am 15. POD stellte sich die Wundheilungstendenz weiterhin als insuffizient dar, weswegen die Indikation zur Stent-over-Sponge-Therapie (SOS) gestellt wurde. Am 23. POD zeigte sich eine bemerkenswerte Verbesserung des Befundes mit einer lediglich kleinen, sauber abgekapselten Höhle. Es wurde erneut ein SEMS eingesetzt und der Kostaufbau wurde begonnen. Nach Abschluss der Behandlung war die Insuffizienz vollständig abgeheilt.
Abb. 1:
Anastomoseninsuffizienz der Ösophagogastrostomie mit großer Wundhöhle
Abb. 2:
Abgeheilte Anastomoseninsuffizienz der Ösophagogastrostomie
Fazit:
Die SOS-Therapie stellt in einem selektionierten Patientengut eine vielversprechende Therapiealternative dar.