Einleitung:
Die Therapie der Neoplasien im Barrettösophagus (BÖ) besteht in der endoskopischen
Resektion (ER) aller sichtbaren Läsionen und anschließend die Ablation des verbliebenen
BÖ. Ziel ist die komplette Eradikation um metachrone Läsionen zu vermeiden. Zwei etablierte
Ablationstechniken sind die Argon-Plasma-Koagulation (APC), bzw. nach vorheriger Kochsalzunterspritzung,
die Hybrid-APC (H-APC) und die Radiofrequenzablation (RFA). Bislang gibt es keine
publizierte Studie zum Vergleich von H-APC und RFA im BÖ.
Methoden:
Nach ER wurden Patienten in die Therapiearme H-APC oder RFA randomisiert. Die H-APC
erfolgte mit 60 Watt nach NaCL-Unterspritzung. Die RFA erfolgte mit einem 90 °-Katheter
3 × 12 j/cm2 bzw. mit 360 ° Ballon (10 j/cm2-säubern-10 j/cm2). Protokolliert wurden alle Komplikationen, Zeit der Ablation, die Schmerzintensität
und Dauer anhand einer Schmerzskala (1 – 10). Die Nachsorge erfolgte nach 3, 6, 12
und 24 Monaten. Der primäre Erfolg war definiert anhand histologischer Eradikation
des BÖ in der 6 Monatskontrolle.
Ergebnisse:
64 Patienten (60 m, 4 w, mittleres Alter 64,9J.) wurden in die Studien aufgenommen.
N = 28 wurden in den RFA-Arm und 38 in den H-APC Arm randomisiert. N = 28 Patienten
haben die Ablationsphase beendet und die kurzfristige Nachsorge (3 bzw. 6 Monate)
abgeschlossen. 114 interventionelle Ablationen wurden seither durchgeführt. Im Durchschnitt
waren 1,8 Ablationen (min. 1 max. 5) zur kompletten Barretteradikation (BE) notwendig.
Es gab dabei keinen signifikanten Unterschied im Vergleich zur Barrettlänge zwischen
den zwei Armen. Die mittlere Barrettlänge vor Ablation war 3,7 cm (H-APC) und 4,9
cm (RFA). Die komplette BE lag bei 90% (RFA) und bei 78% (H-APC). Ausgenommen bei
Wundheilungsstörungen (10,1%) fanden sich alle Rezidive an der Neo-Zlinie. Eine signifikanter
Unterschied lag in der Schmerzintensität: 3,7/10 (RFA) vs. 1,9/10 (H-APC) und in der
Schmerzdauer 7,3 Tage (RFA) und 3,3 Tage (H-APC).
Schlussfolgerung:
Beide Methoden zeigen gute Ergebnisse in der BE mit leichtem Vorteil für die RFA.
Das Nebenwirkungsprofil dagegen ist signifikant besser für die H-APC. Die Kombination
aus H-APC im tubulären Ösophagus und die RFA an der Z-Linie könnten ggf. das Outcome
insgesamt positiv beeinflussen.