Fragestellung:
QUIPS (Qualitätssicherung in der Post„operativen“ Schmerztherapie) dient zur Statusbestimmung
und Wirksamkeitsprüfung, wo Randomisierung und Verblindung schwierig sind. Per visueller
Analogisierung (VAS) sollen Zusammenhänge zwischen geburtsmedizinischen Faktoren und
subjektiv empfundenem Schmerz erkannt und der Fragebogen (FB) validiert werden.
Methodik:
Die Erhebung erfolgte bei einwilligungsfähigen Frauen (18 – 42J) 24 – 48h nach vaginaler
Einlingsentbindung an 3 – 4 Wochentagen. Von 01 – 11/15 wurden 339 von 460 in Frage
kommenden Frauen eingeschlossen, die Test-Retest-Reliabilitätsprüfung erfolgte bei
38 Frauen 24 – 36 und 48 – 72h post partum. Neben der explorativen Datenanalyse erfolgte
die Testung der Reliabilität (Cronbachs alpha > 0,6), der Kriteriumsvalidität (Effektstärke
nach Cohen ≥0,3) und der Inhaltsvalidität anhand plausibler Zusammenhänge zwischen
Prozess- und Ergebnisitems. Die Subgruppenanalyse bezog Erstgebärende nach Spontanpartus
(NS) vs. Mehrgebärende ohne operative Entbindung in der Anamnese (ZSP) ein.
Ergebnisse:
Die Anteile Erst- (50,7%, N = 172, NS = 145; VO = 27) und Mehrgebärender (49,3%, M
= 167; ZSP = 129) waren balanciert. Es fanden sich erwartete Unterschiede bei Geburtsdauer,
Einleitungsfrequenz, vag.-op. Entbindung, Geburtsverletzungen und Schmerzmittelbedarf,
(NS > ZSP, p < 0.005). Geburtsschmerzen werden trotz Zufriedenheit mit Analgesie (VAS
8 [5 – 9.25]) als sehr stark empfunden (VAS 9 [8 – 10]). Je jünger NS waren (-0.193;0.02),
je höher das GA bei Geburt (0.167; 0.045), je länger die Geburtsdauer (0.197; 0.018),
je größer das Kind (0.325; < 0.001) und bei Geburtseinleitung (NS, Ballon < Prostaglandine),
umso höher der Schmerz (r2;p). Höhergradige Geburtsverletzungen gingen mit analgesiebedingt
geringeren Schmerzen einher. Nur eine Regionalanästhesie sub partu führte zu nachträglich
geäußerter Verminderung des Maximalschmerzes (VAS 8 vs. 9; p = 0.088). Für 19/21 Fragen
lag Cronbachs alpha > 0.6, die Korrelationen nach Cohen durchgehend > 0.3 für Zusammenhänge
zwischen FB-Items.
Schlussfolgerung:
Der valide und reliable FB weist den subjektiven Effekt suffizienter Analgesie nach.
Auch stärkste Schmerzen sub partu führen nicht zwangsläufig zu Unzufriedenheit mit
der Betreuung.