Einleitung Das Cogan-Syndrom ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die durch augenärztliche und audiovestibuläre Symptome gekennzeichnet ist. Viele Patienten mit Cogan-Syndrom entwickeln einen progressiven Innenohr-Hörverlust, bei dem die Cochlea-Implantation die einzige Möglichkeit für eine ausreichende Hörrehabilitation darstellt. Es ist schon bekannt, dass die Operation trotz guter bis ausgezeichneter audiologischer Ergebnisse durch Fibrose und bzw. oder Ossifikation der Cochlea kompliziert sein kann. Den intraoperativen Befunden im Mittelohr und Mastoid wurde jedoch wenig Beachtung geschenkt.
Material und Methoden: Wir berichten über die radiologischen und intraoperativen Befunde im Mitteohr und Mastoid von zwei Patienten mit Cogan-Syndrom, die eine bilaterale Cochlea-Implantation erhielten.
Ergebnisse Die präoperative hochauflösende Computertomographie des Felsenbeins war bei allen Fällen unauffällig. Jedoch war bei der posterioren Tympanotomie und der Exploration der Rundfensternische in allen vier Ohren verdickte Schleimhaut und teilweise dichtes Weichgewebe vorhanden. Aufgrund dieser Veränderungen war die Darstellung und die atraumatische Öffnung der Rundfenstermembrane eine Herausforderung. Trotz mäßiger Fibrose der Scala Tympani wurde in allen Fällen eine komplette und problemlose Einführung des Elektrodenträgers erreicht.
Schlussfolgerungen Zusätzlich zu der bekannten Fibrose und Ossifikation der Cochlea, die Cochlea-Implantation bei Patienten mit Cogan-Syndrom könnte auch durch eine Schleimhautverdickung und dichtes Weichgewebe im Bereich des Mittelohres und des Mastoids erschwert werden.