Schlüsselwörter
Husten - Dyspnoe - CT-gesteuerte Punktion
Keywords
cough - dyspnea - CT-guided puncture
Erläuterung
Aufgrund der computertomografischen Veränderungen bei gleichzeitig nur milder Klinik
waren septische Embolien oder ein malignes Geschehen die primären
Verdachtsdiagnosen. Gegen entzündliche und immunologische Prozesse sprachen die
klinischen und anamnestischen Angaben sowie die unauffälligen laborchemischen
Infektparameter. Um die Diagnose zu sichern, wurde die rechte Lunge CT-gesteuert
punktiert (nach befundloser Bronchoskopie). Die Histologie ergab ein hoch
differenziertes muzinöses Adenokarzinom der Lunge. Im Anschluss wurde eine
palliative Chemotherapie mit Cisplatin, Pemetrexed und Avastin begonnen.
Das Adenokarzinom der Lunge gehört zur Gruppe der NSCLC
(„non-small-cell-lung-cancer“). Nach der neuen IASLC / ATS / ERS-Klassifikation aus
dem Jahr 2011 werden pulmonale Adenokarzinome eingeteilt in
-
präinasive Läsionen,
-
minimalinvasive Adenokarzinome,
-
invasive Adenokarzinome und
-
Varianten des invasiven Adenokarzinoms.
Das invasiv muzinöse Adenokarzinom gehört zur letztgenannten Gruppe [1], [3]. Da diese Tumoren
häufig Kontakt zum Bronchialstamm haben, metastasieren sie oft auf bronchoaerogenem
Weg [1]. Dies ist im geschilderten Fallbericht
bildmorphologisch gut nachvollziehbar. Die beschriebene Tumorentität ist mit einer
schlechten Prognose verbunden [2]. Sie wird oft erst in
fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert.
Daher sollte auch bei primär unauffälliger Bronchoskopie und fehlenden
Infektparametern ein muzinöses Adenokarzinom differenzialdiagnostisch abgeklärt
werden. Hierzu kann eine frühzeitige, CT-gesteuerte Biopsie erwogen werden.
Hinweis: der Beitrag wurde gemäß folgendem Erratum korrigiert:
Die Fallzahlen der Mediquize aus Heft 19 und 20 wurden falsch fortgeführt. Korrekt muss es heißen: „37-jährige Schwangere mit Luftnot und wechselnden EKG-Veränderungen“ (Dtsch Med Wochenschr 2015; 140: 1423) ist Fall 3184, und „60-jähriger Mann mit Husten und Dyspnoe nach Grippeschutzimpfung“ (Dtsch Med Wochenschr 2015; 140: 1537) ist Fall 3185.