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CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2021; 100(S 02): S158
DOI: 10.1055/s-0041-1728076
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Otologie / Neurotologie / Audiologie

Sprachoutcome bei CI-Patienten: Welche Rolle spielen Top-down Mechanismen?

Authors

  • C Völter

    1   Universitätsklinikum der Ruhruniversität Bochum, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, CI-Zentrum, Bochum
  • K Oberländer

    1   Universitätsklinikum der Ruhruniversität Bochum, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, CI-Zentrum, Bochum
  • S Dazert

    1   Universitätsklinikum der Ruhruniversität Bochum, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, CI-Zentrum, Bochum
  • JP Thomas

    2   St.-Johannes-Hospital, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Dortmund
 
 

Einleitung Obwohl viele Patienten mit einem Cochlea-Implantat (CI) erhebliche Verbesserungen erzielen, gibt es eine hohe Variabilität im Sprachverstehen mit dem CI. Neben den bottom-up Prozessen kommen den „top-down“ Mechanismen zur Dekodierung eines Sprachsignals eine wichtige Rolle zu. Unklar ist bisher, inwiefern Unterschiede in kognitiven und linguistischen Fähigkeiten das sprachliche Outcome erklären.

Methode 15 postlingual ertaubte erwachsene CI-Träger mit einem maximalen Sprachverstehen von 30 %  im Freiburger Einsilber durchliefen eine visuell präsentierte kognitive und linguistische Testbatterie zur Erfassung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Inhibition, Arbeitsgedächtnis, lexikalischem Zugriff, phonologischem Inputlexikon und Benenngeschwindigkeit. Als Kontrollgruppe dienten 19 CI-Träger mit einem Sprachverstehen von mindestens 70 % .

Ergebnisse Das sprachliche Outcome nach CI wird vor allem durch linguistische und weniger durch kognitive Fähigkeiten bestimmt (kanonisch r=0,68, p=0,0075). Dabei ließ sich dieses in 91,7  %  allein durch die Benenngeschwindigkeit vorhersagen. Ferner schnitten CI-Träger mit einem schlechten Sprachverstehen deutlich schlechter im lexikalischen Zugriff (p=0,017*) und im phonologischen Input-Lexikon ab (p=0,0039**). Im Bereich der Kognition erzielten CI-Träger mit gutem Sprachverstehen insbesondere in der Aufmerksamkeit ein besseres Ergebnis (p=0,003**).

Diskussion Phonologisch begründete Defizite in der schnellen automatischen Sprachverarbeitung scheinen für das Sprachverstehen bei CI-Trägern entscheidend zu sein. Eine präoperative Testung derselben könnte eine bessere Vorhersage des postoperativen Sprachergebnisses ermöglichen. Ob ein Training derselben im Rahmen der Hörrehabilitation erfolgreich ist, bleibt offen.


Interessenkonflikt

Der Erstautor gibt keinen Interessenskonflikt an.


Korrespondenzadresse

Völter Christiane
Universitätsklinikum der Ruhruniversität Bochum, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, CI-Zentrum
Bochum

Publication History

Article published online:
13 May 2021

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