Einleitung
Ziel dieser Studie war die Evaluation von funktionellem Hörgewinn, Sprachverstehen in Ruhe und im Störschall, Lokalisationsvermögen, sowie Patientenzufriedenheit mit dem aktiven Knochenleitungshörsystem Bonebridge (MED-EL, Innsbruck, Österreich) im Langzeitverlauf.
Material/Methoden
Insgesamt sollen 20 Patienten, die im Zeitraum von 2012 - 2015 mit einem Bonebridge-Implantat versorgt wurden an der Studie teilnehmen, wobei aktuell die Ergebnisse von 8 Patienten vorgestellt werden. Das Sprachverstehen in Ruhe wurde mit dem Freiburger Einsilber-Test bei 65 dB SPL getestet. Das Sprachverstehen im Störschall wurde mit dem Oldenburger Satztest (OLSA) im best aided Zustand getestet. Zudem wurde das Lokalisationsvermögen untersucht. Zur Evaluation der Patientenzufriedenheit wurde ein Fragebogen verwendet.
Ergebnisse
Der funktionellen Hörgewinn (n=8) betrug 21,77 dB ( ± 11,88dB). Das Sprachverstehen einsilbiger Wörter in Ruhe verbesserte sich im Mittel von unaided pre-operativ 44.7 % (0–90 % ) und aided 70.6 % (45–85 % ) auf 71,9 % (30-100 % ). Die mittleren Sprachwahrnehmungsschwellen (SNR) des OLSAs verbesserten sich von im Mittel -3.8 dB SNR auf -4.79 dB SNR. Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Schalllokalisierungsfähigkeit nachgewiesen werden. Ein Fragebogen zur Akzeptanz und Handhabung des Implantats, ergab eine hohe Patientenzufriedenheit.
Schlussfolgerung
Nach einem Zeitraum von maximal 8 Jahren, nutzen 100 % das Implantat weiterhin und profitieren davon. Ein Patient unterzog sich einer Revisionsoperation. Das Sprachverstehen in Ruhe und im Störschall zeigte über die Jahre stabile Ergebnisse und verbesserte sich signifikant im Vergleich zu den präoperativen unaided Messungen. Die Fähigkeit zur Lokalisation verbesserte sich über die Jahre nicht.
Poster-PDF
A-1475.pdf