Einleitung Für Patienten mit akutem Atemnotsyndrom stellt die mechanische Beatmung oft eine lebensrettende Maßnahme dar, die jedoch zu einem multifaktoriellen, beatmungsinduzierten Lungenschaden führen kann. Als möglicher Einflussfaktor wird auch eine vorherige Gabe von Antibiotika verdächtigt.
Material und Methoden Unvorbehandelte sowie 2 Wochen lang über das Trinkwasser mit Amoxicillin und Clavulansäure behandelte Mäuse wurden nach 3-tägiger Auswaschphase über 4 Stunden mit hohem Tidalvolumen (HTV) oder 10 Minuten mit niedrigem Tidalvolumen beatmet. Nach Messungen der Blutgase, Vital- und Lungenfunktionsparameter wurden histologische Beurteilungen und eine Transkriptomanalyse aus FFPE-Material durchgeführt.
Befunde Während in den klinischen Parametern keine Unterschiede messbar waren, zeigten sich nur bei den antibiotikabehandelten HTV-Mäusen stärkere Bronchiektasien, alveoläre Emphyseme sowie Zerreißungen der Alveolarwände. Die Transkriptomanalyse ließ dagegen lediglich starke Effekte der Beatmung erkennen, nicht jedoch der antibiotischen Vorbehandlung.
Schlussfolgerung Die nach antibiotischer Therapie deutlich stärkeren beatmungsinduzierten Strukturschäden scheinen bereits vor der Beatmung disponiert zu werden, da sie im Transkriptom nach Beginn der Beatmung nicht erkennbar sind.