Einleitung Ältere Opiatkonsument:innen werden in Deutschland
in der Regel im Rahmen einer Substitutionsbehandlung unterstützt, die von
psychosozialen Beratungsangeboten begleitet wird. Gesundheitszustand und
Lebenssituation von älteren Opioidkonsument:innen können in vielen
Fällen als belastet beschrieben werden, unter anderem aufgrund des
jahrelangen Substanzkonsums und dessen Begleitumständen. Mehrere Studien
weisen darauf hin, dass Opioidkonsument:innen von Angeboten der Sucht- und
Drogenhilfe profitieren können und häufig eine Verbesserung ihrer
Lebenssituation und ihres psychosozialen Wohlbefindens erreichen. Allerdings
verbleiben Opioidkonsument:innen oft über viele Jahre und sogar Jahrzehnte
in den professionellen Unterstützungssystemen. Die Perspektive der
Opiatkonsument:innen wird bei der Erforschung ihrer professionellen
Unterstützung allerdings selten berücksichtigt, obwohl sie aufgrund
ihrer vielfältigen Erfahrungen im Suchthilfesystem als „Expert:innen
aus Erfahrung“ gelten können.
Material und Methodik In der Promotionsstudie wird der
subjektzentrierte Forschungsansatz der Adressat:innen- und Nutzer:innenforschung
eingesetzt, um den Fokus von einer wohlfahrtsstaatlich geprägten und
„expertokratischen“ Perspektive auf die Sichtweise der
Adressat:innen selbst zu verlagern. Im Rahmen des Promotionsprojekts werden sowohl
Opioidkonsument:innen als auch Fachkräfte der Sozialen Arbeit, die in
Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe arbeiten, als Expert:innen adressiert und
in qualitativen Interviews zu ihren Erfahrungen in der Langzeitbehandlung befragt.
Dies ermöglicht wertvolle Einblicke hinsichtlich des Nutzens und
möglicher Gebrauchswerte der Hilfen für ältere
Opiatkonsument:innen und ihre Lebensführung als auch auf professionelle
Handlungsweisen und professionsbezogene Spezifika einer Sozialen Arbeit in Sucht-
und Drogenhilfe bei der langjährigen Unterstützung älterer
Opiatkonsument:innen.
Ergebnisse Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich
ältere Opioidkonsument:innen in der Hilfe- und Versorgungslandschaft gut
auskennen und viele Nutzer:innen die Hilfen kompetent in Anspruch nehmen. Aber
gerade jene Nutzer:innen, die ihren Hilfebedarf nicht artikulieren können,
haben Schwierigkeiten, Zugänge zu notwendigen Hilfe zu erhalten.
Zusammenfassung Die Soziale Arbeit in der Sucht- und Drogenhilfe hat
in den letzten 30 Jahren einen massiven Professionalisierungsschub erfahren, was
auch durch die Nutzer:innen der Hilfen antizipiert wird. In welcher Weise die
Unterstützung noch verbessert werden kann, ist Gegenstand der Studie.