Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e51
DOI: 10.1055/s-0042-1756762
Abstracts | DGGG

Die Zweizeitige Geburt dichorialer-diamnioter Gemini: eine gemeinsame Entscheidung

Authors

  • N Bock

    1   Klinikum Hanau, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hanau, Deutschland
  • G Popivanov

    1   Klinikum Hanau, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hanau, Deutschland
  • B Bungert

    2   Klinikum Hanau, Kinder- und Jugendmedizin, Hanau, Deutschland
  • C Sünder-Kühn

    2   Klinikum Hanau, Kinder- und Jugendmedizin, Hanau, Deutschland
  • T Müller

    1   Klinikum Hanau, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hanau, Deutschland
 
 

Das Anstreben einer zweizeitigen Geburt bei dichorialer-diamnioter Geminischwangerschaft nach spontaner Frühgeburt des ersten Zwillings ermöglicht es in Einzelfällen, ein höheres Gestationsalter für den zweiten zu erreichen:

Eine 40-Jährige I-Gravida mit zeitgerecht entwickelter konkordanter DCDA-Geminischwangerschaft nach IVF stellte sich in der SSW 20+1 mit Blasensprung des 1. Geminus vor. Nach einem orientierenden Gespräch erfolgten in den SSW 20+3 und 22+6 ausführliche interdisziplinäre Gespräche: Maximalherapie wurde gewünscht. In 22+6 SSW kam es zum Spätabort des 1. Geminus. Die Nabelschnur wurde mit einem Vicrylfaden unterbunden und hoch abgesetzt, die Plazenta in utero belassen. In 23+3, 23+4, 25+4 und 27+4 SSW wurde Betamethason verabreicht. Die Patientin erhielt zudem alternierend antibiogrammgerecht Cefuroxim, Ampicillin und Sulbactam. In 26+6 SSW kam es zur stillen Muttermundseröffnung mit prolabierender Fruchtblase. Bei unauffälligen Entzündungsparametern wurde eine Notfallcerclage angelegt. Nach weiteren 6 Tagen erfolgte die Sectio in 27+5 SSW bei Wehentätigkeit: 34 Tage nach ihrem Bruder bzw. 53 Tage nach seinem Fruchtblasensprung kam ein Mädchen mit 990g, APGAR 7/9/9/, pH 7,35 auf die Welt. Sie entwickelte sich gut: Nach 59 Tagen (36+1) wurde sie gesund/ gestillt nach Hause entlassen ([Abb. 1]).

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Abb. 1

Wir möchten mit diesem Fallbericht dazu beitragen, dass die Option einer zweizeitigen Geburt bei einer präpartalen Beratung in ähnlicher Konstellation berücksichtigt wird.


Interessenkonflikt

Ich erkläre als korrespondierender Autor, dass meine Koautoren mir mitgeteilt haben, dass sie während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen oder persönlichen Verbindungen im oben genannten Sinne hatten. Auch ich selbst hatte keine derartigen Verbindungen in den letzten 3 Jahren.

Publication History

Article published online:
11 October 2022

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Abb. 1