Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e63
DOI: 10.1055/s-0042-1756793
Abstracts | DGGG

Sertoli-Leydig-Zelltumor bei Entbindung

Authors

  • A Dörr

    1   GRN Klinik Weinheim, Gynäkologie und Geburtshilfe, Weinheim, Deutschland
  • L Bauer

    1   GRN Klinik Weinheim, Gynäkologie und Geburtshilfe, Weinheim, Deutschland
 
 

In diesem Fallbericht geht es um eine Patientin mit Seroli-Leydig-Zelltumor als seltene Ursache eines akuten Abdomens postpartal.

Eine 22-jährige, IIIG/IP stellte sich, nach auffälligem Schwangerschaftsverlauf, in der 38+6. SSW im Kreißsaal vor. Sie wurde komplikationslos spontan entbunden.

Postpartal klagte die Patientin über starke abdominale Schmerzen. Sonographisch zeigte sich freie Flüssigkeit sowie eine große Raumforderung intraabdominal. Computertomographisch konnte ein torquierter Tumor 15x15x13cm vom linken Adnexbereich ausgehend festgestellt werden. Es erfolgte eine Längslängslaparotomie. Intraoperativ zeigte sich ein Hämaoperitoneum und ein Ovarialtumor links. Es erfolgte eine Adnexektomie links (1.400 g). Der postopertive Hb betrug 6,5mg/dl, auf eine Transfusion konnte verzichtet werden.

Das immunhistochemische Profil in der endgültige Histologisch spacht für einen Keimstrangstromatumor, Sertoli-Leydig-Zelltu, Ki67 10%. Beim Sertoli-Leydig-Zelltumor handelt es sich um einen seltenen Ovarialtumor (0,5%), der in 10-20% der Fälle Testosteron produziert und meist einseitig auftritt. Er tritt v.a. im jungen Erwachsenenalter auf. Es besteht ein gewisses malignes Potential, 10% der G2-Tumore zeigen malignes Verhalten. Ein Rezidivrisiko besteht v.a. in den ersten zwei Jahren. Eventuell ist eine genetische Abklärung bzgl. DICER1-Syndrom sinnvoll. Eine weitere operative oder medikamentös adjuvante Therapie scheint bei M0 und mäßiger Proliferation nach aktueller Studienlage nicht indiziert. Eine engmaschige Nachsorge mit gyn. Untersuchung, Bestimmung von Inhibin und MRT halbjährlich wird empfohlen ([Abb. 1]).

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Abb. 1

Interessenkonflikt

Ich erkläre als korrespondierender Autor, dass meine Koautoren mir mitgeteilt haben, dass sie während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen oder persönlichen Verbindungen im oben genannten Sinne hatten. Auch ich selbst hatte keine derartigen Verbindungen in den letzten 3 Jahren.

Publication History

Article published online:
11 October 2022

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Abb. 1