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DOI: 10.1055/s-0043-120914
58-jähriger Patient mit Potenzabnahme und Leistungsschwäche
Publication History
Publication Date:
16 November 2017 (online)
Zu Störungen der sexuellen Funktion, der Knochenmineralisation, des Muskel- und Fettstoffwechsels, des Blutes sowie zu Allgemeinsymptomen.
Mögliche Symptomatik bei Testosteronmangel:
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Sexualfunktion:
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Libidoverminderung
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Potenzstörungen
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Knochenmineralisation:
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Osteoporose
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Muskel- und Fettstoffwechsel:
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Muskelatrophie
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Muskelschwäche
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Zunahme des Körperfettgewebes
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Blut:
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Anämie
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Allgemeinbeschwerden:
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Leistungsminderung
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Depression
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Müdigkeit
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Beim primären Hypogonadismus liegt die Störung im Hoden, beim sekundären im Bereich der Hypophyse oder des Hypothalamus.
Differenzierung primärer – sekundärer Hypogonadismus:
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Primärer Hypogonadismus:
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verminderte Testosteronproduktion im Hoden mit erhöhten Gonadotropinspiegeln (hypergonadotroper Hypogonadismus)
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Sekundärer Hypogonadismus:
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verminderte Sekretion von Gonadotropin-Releasing-Hormon (hypogonadotroper Hypogonadismus)
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Sorgfältige Anamneseerhebung im Hinblick auf mögliche Symptome eines Testosteronmangels, Messung des Testosteronspiegels.
Über die Diagnosestellung und die therapeutische Konsequenz eines symptomatischen Testeronmangels muss im Einzelfall entschieden werden. Je niedriger der Testosteronspiegel und je stärker die potenziellen Symptome des Testosteronmangels, desto eher sollte eine Testosteronsubstitution erfolgen.
Testosteron kann auf unterschiedliche Weise zugeführt werden: p. o., i. m. oder transdermal.
Testosteronsubstitution:
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Per os:
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Testosteron-Unedecanoat (Andriol): 2 – 4-mal 40 mg/d
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Intramuskulär:
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Testosteron-Enantat: 250 mg alle 2 – 3 Wochen
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Testosteronundecanoat: 1000 mg alle 10 – 14 Wochen
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Transdermal:
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1 – 2 Pflaster à 2,5 mg/d
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Gel
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Weitere Möglichkeiten:
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Implantat eines Hormondepots
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sublingual
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Anamnese: Wirkung auf Sexualität und Leistungsfähigkeit, körperliche Untersuchung: insbesondere Muskel- und Fettverteilung, Laboruntersuchungen: hier insbesondere Blutbild und Lipide, Untersuchung im Hinblick auf die Prostata.
Kontrolluntersuchungen bei Testosteronsubstitution:
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Anamnese:
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Wirkung auf die subjektiven Symptome des Testosteronmangels: Leistungsfähigkeit, Sexualität, Befindlichkeit
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Körperliche Untersuchung:
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Muskelmasse, Muskelfett, Behaarung
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Laborwerte:
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Blutbild, Lipide, Testosteron im Serum
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Prostata:
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Tastbefund, sonografischer Befund, PSA-Wert
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Knochen:
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Knochendichtemessung
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Adaptiert nach: Berthold Block,
Facharztprüfung Innere Medizin,
3000 kommentierte Prüfungsfragen.
5., vollständig überarbeitete Auflage 2017
ISBN 9783 131 359 551
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