PiD - Psychotherapie im Dialog 2003; 4(1): 3-9
DOI: 10.1055/s-2003-37602
Standpunkte
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Soziale Phobie - ein vernachlässigtes Problem?

Ulrike  Willutzki
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Publication Date:
05 March 2003 (online)

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Abstract

Soziale Phobie wird vielfach als vernachlässigtes Problem angesehen. Anhand der Entwicklung der diagnostischen Kriterien, der Epidemiologie und Komorbidität bei sozialen Ängsten, wird die Bedeutung des Problembereichs in der psychosozialen Versorgung herausgearbeitet. Aus Modellen zur Ätiologie und Aufrechterhaltung sozialer Ängste wird deutlich, warum solche Schwierigkeiten häufig chronifizieren und den Bewegungsspielraum der Person zunehmend einschränken. In der psychotherapeutischen Arbeit stellen soziale Ängste häufig eine besondere Herausforderung dar; kurz wird auf Ansätze kognitiv-verhaltenstherapeutischer, systemischer und psychoanalytisch/psychodynamischer Provenienz eingegangen. Da soziale Ängste auch in der therapeutischen Situation aktiviert werden, ist eine sorgfältige, auf die Ressourcen der Person fokussierende Gestaltung der therapeutischen Interaktion von besonderer Bedeutung.