Vor knapp zwei Jahren hat die Deutsche Hochdruckliga erstmals eigene Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie herausgegeben [4 ]. In der Zwischenzeit ist auf dem Sektor der Hypertoniebehandlung viel geschehen: Mit der LIFE[1 ]-Studie, die einen Angiotensin(AT)-1-Antagonisten (Losartan) mit einem Beta-Blocker (Atenolol) verglich, wurden die AT1 -Antagonisten für die Therapie der Hypertonie etabliert [3 ]. Die ALLHAT[2 ]-Studie sorgte Ende letzten Jahres für weltweites Aufsehen: Sie erregte positive wie negative Kritik und brachte als Begleiterscheinung sogar die Politik und den „Spiegel” auf den Plan, die beide ein enormes Einsparpotenzial und Falschbehandlungen witterten [9 ]. Kurze Zeit später schien die ANBP3-2-Studie ALLHAT zu widerlegen [13 ].
Dann folgten die neuen Therapieleitlinien der USA, das JNC74, die eine didaktisch geschickte Klassifizierung der Hypertonie und eine an die ALLHAT-Studie dicht angelehnte Therapieempfehlung veröffentlichten [2 ]. Auch die „European Society of Hypertension” (ESH) und die „European Society of Cardiology” (ESC) reagierten auf die vorliegenden Studienergebnisse und veröffentlichten gemeinsam neue, aktualisierte Leitlinien, deren Empfehlungen zur Diagnostik, Einteilung und Therapie der Hypertonie sich zum Teil jedoch durchaus von denen des JNC7 unterscheiden [5 ].
Sind damit die Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga Makulatur? Der folgende Beitrag versucht, die deutschen Empfehlungen zur Hypertoniebehandlung sachlich darzustellen und wo nötig, Ergänzungen aus den amerikanischen und europäischen Leitlinien einzubringen.
Klassifizierung des Blutdrucks
Klassifizierung des Blutdrucks
[Tabelle 1 ] zeigt die Einteilung des Blutdrucks in normotensive und hypertensive Bereiche. Diese Einteilung lehnt sich an die neuen Leitlinien der europäischen Hypertonie- und Kardiologie-Gesellschaften an (ESH/ ESC) [2 ], welche die Subgruppe „Grenzwerthypertonie” nicht mehr aufführen. Die Klassifikation ist damit übersichtlicher geworden.
Risikostratifizierung
Risikostratifizierung
Berücksichtigt man die Höhe des Blutdrucks bzw. den Hypertonieschweregrad und die in [Tabelle 2 ] zusammengefassten Faktoren und Erkrankungen, lässt sich das kardiovaskuläre Gesamtrisiko abschätzen, das nach den Vorschlägen der ESH/ESC 2003 [2 ] in vier Klassen differenziert werden sollte. Grundlage für diese Differenzierung ist die Prognose, die aufgrund großer epidemiologischer Studien als Zehn-Jahres-Risiko hinsichtlich kardiovaskulär bedingtem Tod, nichttödlichem Schlaganfall und Myokardinfarkt kalkuliert wurde.
Die Wahrscheinlichkeit, eines dieser Ereignisse in den folgenden zehn Jahren zu erleiden, beträgt bei
niedrigem Risiko unter 15 %
mittlerem Risiko etwa 15-20 %
hohem Risiko etwa 20-30 %
sehr hohem Risiko 30 % und mehr.
Grundlage für eine Risikostratifizierung in diese vier Kategorien ist die [Tabelle 3 ].
Therapieentscheidung
Therapieentscheidung
Bei Patienten mit niedrigem und mittlerem Risiko sollte zunächst versucht werden, ob nichtmedikamentöse Maßnahmen ausreichen, den Blutdruck auf Werte unter 140 mmHg systolisch und unter 90 mmHg diastolisch zu senken und so das kardiovaskuläre Risiko zu mindern. Die Indikation für eine medikamentöse Blutdrucksenkung orientiert sich an der Höhe des Blutdrucks und dem kardiovaskulären Risiko.
Bleibt der Blutdruck über 140 mmHg systolisch und/oder über 90 mmHg diastolisch, so kann es sich auch um überhöhte Werte in der Sprechstunde (Praxishypertonie, Weißkittelhypertonie) handeln. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, sollte der Blutdruck in diesen Fällen auch vom Patienten selbst über mehrere Tage gemessen oder eine Blutdrucklangzeitmessung (ABDM) vorgenommen werden. Liegen die selbst gemessenen Werte oder die ABDM-Tagesmittelwerte unter 135/85 mmHg, dann besteht keine Indikation für eine medikamentöse Therapie. Jedoch sollten jährliche Kontrollen durch Selbstmessung erfolgen.
Liegen die konventionell gemessenen Blutdruckwerte zwischen 140 und 180 mmHg systolisch und/oder zwischen 90 und 105 mmHg diastolisch sowie die durch Selbst- oder Langzeitmessung bestimmten Tagesmittelwerte bei 135/85 mmHg und darüber, so wird bei niedrigem und mittlerem Gesamtrisiko mit Allgemeinmaßnahmen begonnen.
Nach Ablauf von sechs Monaten sollte ein Patient mit Blutdruckwerten von 140-149 mmHg systolisch und/oder 90-94 mmHg diastolisch, aber mit niedrigem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zwar mit Allgemeinmaßnahmen, nicht aber medikamentös behandelt werden. Anders ist das bei einem Patienten mit gleichen Blutdruckwerten, der jedoch bereits ein mittleres Risiko aufweist: In diesen Fällen sind Antihypertensiva indiziert. Ein Patient mit Blutdruckwerten von 160/95 mmHg und darüber weist bereits ohne andere kardiovaskuläre Risikofaktoren ein mittleres Gesamtrisiko auf und wird demnach ebenfalls medikamentös behandelt [4 ].
Nichtmedikamentöse Therapie
Nichtmedikamentöse Maßnahmen sind die wichtigste Allgemeintherapie des hohen Blutdrucks, sie sollten auch während der medikamentösen Therapie beibehalten werden. Schon mit solchen so genannten Lifestyle-Modifikationen lassen sich erstaunliche Erfolge erzielen.
So kann beispielsweise eine Gewichtsreduktion bzw. der Erhalt eines normalen Körpergewichts (BMI 18,5-24,9) den Blutdruck bereits stark beeinflussen. Pro 10 kg Gewichtsverlust ist eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 5-20 mmHg möglich. Auch eine Diät reich an Früchten, Gemüse und fettarmen Milchprodukten mit einem geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Gesamtfett (DASH-Ernährungsplan; „dietary approaches to stop hypertension”) kann den systolischen Blutdruck um 8-14 mmHg deutlich senken.
Effektiv ist auch eine Reduktion der Natriumaufnahme auf nicht mehr als 100 mEq/l (2,4 g Natrium oder 6 g Natriumchlorid). Hiermit sinken die systolischen Werte um 2-8 mmHg. Eine Reduktion von 4-9 mmHg lässt sich durch regelmäßige aerobe körperliche Aktivität (z.B. flottes Gehen, mindestens 30 Minuten täglich an fast allen Wochentagen) erreichen. Auch eine Einschränkung des Alkoholkonsums hat positive Effekte. Für Männer gilt: Weniger als zwei Drinks täglich können die systolischen Blutdruckwerte um 2-4 mmHg senken. Frauen und sehr leichtgewichtige Personen sollten sich auf einen Drink beschränken, um dieses Ziel erreichen zu können.
Die Effekte der einzelnen Maßnahmen sind dosis- und zeitabhängig und können für den Einzelnen sogar noch größer ausfallen. Bei moderater Addition der einzelnen Maßnahmen ist eine Blutdrucksenkung um etwa 30 mmHg möglich, was mit Medikamenten häufig nur schwer zu erreichen ist [2 ]. Um das gesamte kardiovaskuläre Risiko zu reduzieren, sollten die Patienten zudem auf das Rauchen verzichten.
Behandlungsziel
Die Therapie soll Hochdruckkomplikationen bzw. Endorganschäden vermeiden oder zurückbilden und Begleiterkrankungen günstig beeinflussen. Grundsätzlich ist eine Normalisierung des Blutdrucks anzustreben: Unter Ruhebedingungen sollte der Blutdruck zuverlässig systolisch unter 140 mmHg und diastolisch unter 90 mmHg liegen.
Während der Schwangerschaft sollte der Blutdruck auf Werte zwischen 140-160 mmHg systolisch und 90-100 mmHg diastolisch gesenkt werden. Die Hypertonie im Kindesalter sollte deutlich auf Werte unterhalb der 95. Perzentile - bei Proteinurie sogar in den Bereich der 50. Perzentile - gesenkt werden. Bei Diabetikern ist die konsequente Senkung des Blutdruckes auf Werte unter 130/80 mmHg zu empfehlen, insbesondere bei Mikroalbuminurie oder manifester diabetischer Nephropathie. Außerdem existieren gute Hinweise dafür, dass es von Vorteil ist, den Blutdruck unter 140/90 mmHg zu senken, um die Nierenfunktion zu erhalten, Schlaganfälle oder die Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu vermeiden oder zumindest zu verzögern [1 ]
[7 ]
[10 ].
Auswahl der Medikamente
Auswahl der Medikamente
Im Einzelfall lässt sich nicht voraussagen, auf welches Antihypertensivum ein Patient mit erhöhtem Blutdruck am besten anspricht. Deshalb können die Therapievorschläge der Deutschen Hochdruckliga nur als Orientierungshilfe gelten. Die medikamentöse Therapie wird immer mit einer niedrigen Dosis begonnen. Ihre volle Wirkung erreichen alle hier aufgeführten Substanzklassen in der Regel innerhalb von zwei bis sechs Wochen [Abb. 1 ].
Um die Zuverlässigkeit der Medikamenteneinnahme zu erhöhen, also die Compliance der Patienten zu steigern, sollten vorzugsweise Antihypertensiva mit gesicherter Wirkung über 24 Stunden nach Einmalgabe verordnet werden. Dabei sollten die Behandlungsschemata möglichst einfach sein. Bei der Auswahl der Substanzen sind zudem Begleiterkrankungen, Endorganschäden, zu erwartende Nebenwirkungen und Befindlichkeitsstörungen sowie Kosten zu berücksichtigen.
Monotherapie
Für alle im Therapieschema der Deutschen Hochdruckliga aufgeführten Substanzklassen liegen Morbiditäts- und Mortalitätsstudien sowie teilweise auch Metaanalysen vor, die den gleichwertigen Einsatz dieser Substanzen bei unkomplizierter Hypertonie rechtfertigen. Bei der Verordnung von Kalziumantagonisten ist darauf hinzuweisen, dass für eine differenzierte Verordnung die Untergruppen unterschieden werden müssen: Denn Dihydropyridine (Nifedipin-Typ), Benzothiazepine (Diltiazem-Typ) und Phenylalkylamine (Verapamil-Typ) haben andere Substanzeigenschaften, sie sind daher nicht untereinander austauschbar.
Angestrebt werden sollte eine Normalisierung des Blutdrucks, das heißt Werte von unter 140/90 mmHg - bei guter Verträglichkeit. Die „European Society of Hypertension” und die „European Society of Cardiology” sowie das JNC7 empfehlen alternativ bereits für das Stadium der leichten Hypertonie eine Zweierkombinationstherapie in niedriger Dosis, wenn die Blutdruckwerte 20/10 mmHg über dem Behandlungsziel liegen. In diesem Fall sollte ein Kombinationspartner ein Thiaziddiuretikum sein. Für Deutschland würde das ein Fixkombinationspräparat in der niedrigst verfügbaren Dosis bedeuten [1 ]
[2 ]
[5 ].
Unseres Erachtens ist es auch nach ALLHAT nicht notwendig, in der Monotherapie bevorzugt ein Thiaziddiuretikum zu verordnen. Für die kaukasische Bevölkerung hat sich in dieser Untersuchung nämlich kein Vorteil des Thiazids gegenüber dem ACE-Hemmer oder dem Kalziumkanalblocker errechnen lassen.
Kombinationstherapie
Eine Kombinationstherapie mit zwei Antihypertensiva ist indiziert, wenn die Monotherapie nicht ausreicht, um die Blutdruckwerte unter 140/90 mm Hg zu senken. Die Kombinationstherapie enthält in der Regel ein Diuretikum oder einen Kalziumantagonisten [Abb. 1 ]. Bei der Kombination von Kalziumantagonisten mit Beta-Blockern sollten Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ - dazu zählen die Substanzen, deren chemischer Kurzname mit „-dipin” endet - bevorzugt werden. Als weitere Therapiemöglichkeiten sind Kombinationen eines Diuretikums mit zentralen Antisympathotonika, Alpha-1-Blockern oder Reserpin zu nennen.
Reicht keine der angegebenen Zweifachkombinationen für eine adäquate Blutdruckreduktion aus, kann eine der folgenden Dreifachkombinationen verwendet werden:
Diuretikum plus Beta-Blocker plus Vasodilatator (Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, AT1 -Antagonisten, Alpha-1-Blocker und Dihydralazin)
Diuretikum plus ACE-Hemmer oder AT1 -Antagonist plus Kalziumantagonist
Diuretikum plus Antisympathotonikum plus Vasodilatator.
Fixkombinationen können die Zahl der Tabletten vermindern, die Compliance verbessern und häufig die Kosten senken [4 ].
Differenzialtherapie
Das Schema der Hochdruckbehandlung [Abb. 1 ] gilt insbesondere für Patienten, die außer der Hypertonie keine weiteren Erkrankungen oder Risikofaktoren aufweisen. In diesen Fällen sollen Kostengesichtspunkte unbedingt berücksichtigt werden. Bei vielen Patienten liegen jedoch Begleiterkrankungen, Endorganschäden und Zusatzkriterien vor, die zum bevorzugten Einsatz bestimmter Substanzgruppen Anlass geben [Tabelle 4 ].
Therapieresistente Hypertonie
Therapieresistente Hypertonie
Wenn es trotz einer ausreichend dosierten antihypertensiven Dreifachtherapie nicht gelingt, den Blutdruck bei systolisch-diastolischer Hypertonie unter 140/90 mmHg bzw. bei isolierter systolischer Hypertonie unter 140 mmHg zu senken, liegt eine so genannte therapieresistente Hypertonie vor [2 ]
[12 ]. Jedoch ist nur in 2-5 % der Fälle von einer echten Therapieresistenz auszugehen [6 ]. In vielen Fällen war entweder die Blutdruckmessung oder ihre Bewertung selbst fehlerhaft. Ursachen hierfür sind entweder
eine Praxishypertonie (Weißkittelhypertonie)
die Benutzung einer im Verhältnis zum Arm zu schmalen Blutdruckmanschette
eine Pseudohypertonie infolge mangelnder Komprimierbarkeit der Arterie (A. bracradioalis) bei Gefäßverkalkung.
Möglich ist aber auch, dass der Bluthochdruck nur ungenügend abgeklärt, oder die Therapie nicht adäquat war [Tabelle 5 ]. Die häufigste Ursache jedoch ist eine mangelnde Therapietreue der Patienten. Gegenregulatorische Mechanismen können ebenfalls die Ursache einer Therapieresistenz sein, sie dürften jedoch durch eine Anpassung der eingesetzten Antihypertensiva und vor allem durch geeignete Kombinationen weitgehend zu vermeiden sein. Zu diesen Mechanismen zählen:
sekundärer Hyperaldosteronismus (Diuretika)
Natrium- und Flüssigkeitsretention (Sympathikushemmstoffe)
Reflextachykardie und Flüssigkeitsretention (Vasodilatatoren)
Vasokonstriktion (Beta-Blocker).
Nur in extrem seltenen Fällen liegt daher trotz einer hoch dosierten, optimal ausgewogenen antihypertensiven Mehrfachtherapie eine Therapieresistenz vor. Betroffen sind vor allem Patienten mit sekundären Hochdruckformen, die einer kausalen Behandlung nicht zugänglich sind - insbesondere bei renaler Hypertonie oder diabetischer Nephropathie, bei denen niedrigere Zielblutdruckwerte angesetzt werden.
Besteht der Verdacht auf eine Therapieresistenz, müssen die dargestellten Ursachen ausgeschlossen werden. In jedem Fall - Ausnahmen sind nur eine Pseudohypertonie und erhöhte Blutdruckwerte bei zu schmaler Blutdruckmanschette - ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchzuführen. Zeigt sich bei älteren Hochdruckpatienten nach jahrelangem guten Ansprechen auf die Behandlung eine therapieresistente Hypertonie, so ist häufig die Entwicklung einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose die Ursache. Auch in diesen Fällen ist eine Intensivierung der antihypertensiven Therapie interventionellen Maßnahmen meist vorzuziehen [11 ] - wenn nicht der Erhalt der bedrohten Nierenfunktion das vorrangige Therapieziel ist [8 ].
Falls die unter der Dreifachkombination angegebenen Therapieoptionen in hoher Dosierung die Zielblutdrücke nicht erreichen lassen, sollte ein Therapieversuch mit Minoxidil in Kombination mit einem Schleifendiuretikum und einem Beta-Blocker - bei Kontraindikationen für einen Beta-Blocker Gabe von Clonidin oder eventuell Verapamil - versucht werden. Zu beachten ist hier jedoch, dass Minoxidil bei Frauen in der Regel wegen des Auftretens eines Hirsutismus nicht einsetzbar ist.
Abb. 1
Abb. 2
Tab. 1 Definition der Hypertonie
Kategorie
systolisch (mmHg)
diastolisch (mmHg)
optimal
< 120
< 80
normal
< 130
< 85
noch normal
130-139
85-89
Hypertonie
Stufe 1 (leicht)
140-159
90-99
Stufe 2 (mäßig)
160-179
100-109
Stufe 3 (schwer)
≥ 180
≥ 110
isolierte systolische Hypertonie
≥ 140
< 90
Tab. 2 Prognosebestimmende Faktoren
Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen
Endorganschäden
Folge- und Begleiterkrankungen
Hypertonie-Schweregrad
linksventrikuläre Hypertrophie
zerebrovaskuläre Erkrankungen (ischämischer Insult, Hirnmassenblutung, transitorische ischämische Attacke (TIA)
Alter (Männer > 55 Jahre, Frauen > 65 Jahre)
Proteinurie und/oder eingeschränkte Nierenfunktion
Herzerkrankungen (Herzinfarkt, koronare Herzerkrankung (KHK), Zustand nach aortokoronarem Venenbypass (ACVB), Herzinsuffizienz)
Rauchen
sonografische bzw. radiologische Zeichen der Arteriosklerose
Nierenerkrankungen (diabetische Nephropathie, Kreatinin > 177 μmol/l bzw. 2 mg/dl)
Diabetes mellitus
Arteriosklerose
Gefäßerkrankungen (dissezierendes Aneurysma, symptomatische stenosierende Arteriopathie)
Familienanamnese vorzeitiger Arteriosklerose
arteriosklerotische Augenhintergrunds- veränderungen
fortgeschrittene hypertensive Retinopathie (Blutungen, Exsudate, Ödem)
Tab. 3 Risikoeinteilung
andere Risikofaktoren und Erkrankungen
normal
SBP 120-129
DBP 80-84
noch normal
SBP 130-139
DBP 85-89
Stufe 1
SBP 140-159
DBP 90-99
Stufe 2
SBP 160-179
DBP 100-109
Stufe 3
SBP = 180
DBP = 110
keine Risikofaktoren
Durchschnitt
Durchschnitt
niedrig
mittel
hoch
1-2 Risikofaktoren
niedrig
niedrig
mittel
mittel
sehr hoch
> 3 Risikofaktoren, Endorganschäden, Diabetes
mittel
hoch
hoch
hoch
sehr hoch
Begleit- und Folgeerkrankungen
hoch
sehr hoch
sehr hoch
sehr hoch
sehr hoch
Tab. 4 Differenzialtherapie
ältere Patienten (über 65 Jahre)
Diuretika, Kalziumantagonisten
Patienten mit Herzerkrankungen
- Linksherzhypertrophie
- koronare Herzkrankheit
- nach Myokardinfarkt
ACE-Hemmer, AT1 -Antagonisten, Kalziumantagonisten,
Beta-Blocker
Beta-Blocker und ACE-Hemmer
Herzinsuffizienz
ACE-Hemmer, Diuretika,
Carvedilol, Bisoprolol, Metoprolol
additiv zur Basistherapie
Niereninsuffizienz
ACE-Hemmer, AT1 -Antagonisten
obstruktive Atemwegserkrankungen
Kalziumantagonisten, Alpha-1-Blocker
Diabetes mellitus, metabolisches Syndrom
bei diabetischer Nephropathie
einschließlich Mikroalbuminurie
ACE- Hemmer; bei Diabetes Typ II
präferenziell AT1 -Antagonisten
Gravidität
Alpha-Methyldopa, Beta-1-selektive Blocker
benigne Prostatahyperplasie
Alpha-1-Blocker
Tab. 5 Ursachen für ungenügende Blut-drucksenkung
Non-Compliance
unerkannte sekundäre Hochdruckursache
Wasser- und Natriumretention
übersteigerte Natriumzufuhr
Flüssigkeitsretention infolge Blutdrucksenkung
unzureichende Diuretikabehandlung
zunehmende Niereninsuffizienz
inadäquate medikamentöse Therapie
pharmakologische Interaktionen
Sympathikomimetika
Appetitzügler
orale Kontrazeptiva, Nebennierensteroide
Lakritze, Biogastrone
nichtsteroidale Antiphlogistika
Erythropoetin
Antidepressiva
weitere Ursachen für Therapieresistenz
progressive Gewichtszunahme
überhöhter Alkoholkonsum
Schlafapnoe
chronische Schmerzzustände
organische zerebrale Syndrome