Der Klinikarzt 2004; 33(12): VIII
DOI: 10.1055/s-2004-860932
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Praxisorientiert und standardisiert - Neue Algorithmen zur Ernährungs- und Infusionstherapie

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Publication Date:
13 January 2005 (online)

 
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Mangelernährung und Störungen im Flüssigkeitshaushalt werden bislang häufig inkonsequent oder auch gar nicht therapiert. Zum einen wird die Bedeutung dieser beiden Parameter für die Prognose der Patienten oft unterschätzt, zum anderen gilt ihre Behandlung als kompliziert. In solchen Situationen setzt man dann lieber gar keine künstliche Ernährung ein, meinte PD M. Senkal, Witten.

Was aber nur Wenige wissen: Zwischen 80 und 90% der Patienten könnten sowohl im Rahmen der Ernährungs- als auch der Infusionstherapie nach relativ einfachen Standards behandelt werden. Mit der Entwicklung praxisorientierter, standardisierter Algorithmen der Ernährungs- und der Infusionstherapie, die neben ärztlichen auch pflegerische Aspekte berücksichtigen, trägt das interdisziplinäre Advisory-Board der so genannten Effizienz-Offensive dieser Tatsache Rechnung. Auch weniger erfahrene Ärzte können damit den Großteil ihrer Patienten sicher und effizient behandeln. Initiiert und unterstützt wurde und wird die Effizienz-Offensive von der Baxter Deutschland GmbH, Erlangen.

Einfacher, sicherer und effizienter

"Standardisierte, leitliniengestützte Therapiealgorithmen für den 'Normalpatienten' steigern die Ergebnisqualität und nutzen die vorhandenen Ressourcen optimal", konstatierte Prof. R. Radziwill. "Standardisierung bedeutet aber nicht, dass jeder Patient gleich behandelt werden muss und darf!" Daher ermöglichen die Algorithmen ein einfaches Eingangsscreening, das die Patienten, die nicht in den Standardablauf passen, selektiert. Indikationen und Kontraindikationen sind klar aufgeschlüsselt, und die Anwender finden einfache Faustregeln, mit denen sich zum Beispiel der Bedarf der Patienten an Elektrolyten oder Energie ermitteln lässt.

Schon mit wenigen, aber effizient eingesetzten Mitteln sind wirkungsvolle Therapien möglich, wie PD H.-J. Dieterich, Tübingen, verdeutlichte: "In der roten Liste finden sich beispielsweise über 300 Lösungen zur Infusionstherapie, deren Zusammensetzung sich zum Teil nur minimal unterscheidet. Für die Mehrzahl der Patienten reichen jedoch drei Lösungen - nämlich solche mit höherem Elektrolytgehalt für Erwachsene, solche mit geringerem Elektrolytgehalt für den Erhaltungsbedarf bei Kindern und Plasmaersatzmittel."

Nutzen für die Klinik

Auch Radziwill riet dazu, sich auf wenige Produkte zu beschränken. "Je weniger man vorhält, desto besser ist erfahrungsgemäß die Dokumentation und desto einfacher wird die Qualitätssicherung - ganz abgesehen von dem Sparpotenzial bei Einkauf und Lagerhaltung." Eine Standardisierung der Behandlungsabläufe bietet aber noch weitere Vorteile: Denn je komplexer und individualisierter eine Therapie ist, desto mehr potenzielle Fehlerquellen birgt diese im klinischen Alltag. Klare Entscheidungspfade und praxisorientierte Schemata tragen andererseits dazu bei, die Therapie auf das Wesentliche zu konzentrieren, vor allem, da die Infusions- und Ernährungstherapie in der Regel nur eine begleitende Therapiemaßnahme im Krankenhaus ist. Zudem kann so die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus verkürzt werden.

sts

Quelle: Pressekonferenz "Die Effizienz-Offensive: Neue Therapiealgorithmen zur Standardisierung der Ernährungs- und Infusionstherapie", veranstaltet von der Baxter Deutschland GmbH, Erlangen

 
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