Im weit fortgeschrittenen Parkinson-Stadium - wenn der Patient steigende Levodopa-Dosen
benötigt, aufgeteilt in immer mehr Einzeldosen, um die Wirkungsschwankungen zu minimieren
- kann man viele Patienten trotz einer individuell optimierten oralen Kombinationstherapie
nicht mehr ausreichend motorisch stabilisieren, hob Dr. Karla Eggert, Marburg, während
eines Pressegesprächs im Rahmen des 4. Deutschen Parkinson-Kongresses hervor. In dieser
Situation bietet sich mit der duodenalen Infusion von Duodopa® eine patientenfreundliche
Therapiemöglichkeit an, mit der man dem natürlichen Vorbild der kontinuierlichen dopaminergen
Stimulation nahe kommt. Duodopa® ist eine Gelsuspension aus Levodopa und dem Decarboxylasehemmer
Carbidopa. Sie wird über ein Schlauchsystem appliziert, das mittels der sog. perkutanen
endoskopischen Gastrektomie (PEG) durch die Bauchdecke geführt wird und in einer Sonde
direkt im Duodenum endet. Die PEG wird in der Klinik durchgeführt; anschließend wird
dort die notwendige Levodopa-Dosis eingestellt. Danach erfolgt die Weiterbetreuung
durch den niedergelassenen Arzt. Mit dem mobilen Pumpensystem in der Größe einer großen
Geldbörse wird während des gesamten Tages ein gleichmäßiger L-Dopa-Spiegel im Blut
erzielt. Der Patient kann nach einer Einweisung selbst situationsgerecht die Levodopa-Dosis
steuern, wenn er beispielsweise erste motorische Beweglichkeitsstörungen spürt. Gleichzeitig
genießt er die größtmögliche Mobilität, ein wichtiges Kriterium für die Verbesserung
der subjektiven Lebensqualität.
Duodopa® ist seit Oktober 2004 in Deutschland zur Therapie von Patienten mit M. Parkinson
im fortgeschrittenen Stadium mit schweren, oral nicht ausreichend kontrollierbaren
motorischen Fluktuationen bzw. Dyskinesien zugelassen. Die Medikation ist in Deutschland
im Rahmen der Orphan Drugs Registrierung zugelassen und wird daher von den Krankenkassen
refinanziert. Eine Kombinationstherapie mit anderen Antiparkinson-Medikamenten ist
möglich, nach den Erfahrungen von Eggert aber oft nicht nötig.
Die duodenale Infusionstherapie mit Duodopa® wurde in klinischen Akut- und Langzeitstudien
mit einer Beobachtungsdauer von über vier Jahren untersucht und darüber hinaus mit
einer oralen Kombinationstherapie verglichen (Nyholm D. Int. Congress oft the Movement
Disorder Society, Rom, 2004). In einer randomisierten Crossover-Studie wurden 24 Parkinson-Patienten
mit schweren Fluktuationen jeweils drei Wochen mit Duodopa® intraduodenal oder einer
individuell optimierten oralen Kombinationstherapie behandelt und dann auf die Vergleichstherapie
umgestellt.
Die mit Duodopa® therapierten Patienten verzeichneten eine gegenüber der oralen Kombinationstherapie
statistisch signifikant deutlichere Verbesserung auf der UPDRS-Motor-Subskala (p <
0,05). Gleichzeitig stieg die Zeit weitgehend normaler motorischer Beweglichkeit gegenüber
der Vergleichsgruppe statistisch signifikant um 81-100% (p < 0,01). Auch die Beurteilung
der subjektiven Lebensqualität fiel im Arzt- und Patientenurteil eindeutig zugunsten
der duodenalen Infusionstherapie aus.
Pressegespräch "Neue Hoffnung für Patienten mit weit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung"
im Rahmen des 4. Deutschen Parkinson-Kongresses am 4. März 2005 in Frankfurt am Main,
veranstaltet von Orphan Europe