Eine 56-jährige Patientin leidet seit mehr als zehn Jahren unter Diabetes mellitus. Die Patientin ist 159 cm groß und wiegt 76 kg. Anfangs erhielt sie morgens 2 x 3,5 mg Glibenclamid, abends 1 x 3,5 mg Glibenclamid. Später bekam sie zusätzlich Metformin 850 mg zweimal täglich eine 1/2 Tablette. Ihr HbA1c lag bei 8,2%, der Nüchternblutzucker betrug 11,6 mmol/l.
Diagnose
Diagnose
Die Diagnose lautete Diabetes mellitus. Als weitere Begleiterkrankungen wurde eine essenzielle Hypertonie und ein Katarakt festgestellt.
Therapie
Therapie
Vor zwei Jahren wurde von Glibenclamid auf Glimepirid 3 mg einmal täglich und Metformin 850 mg zweimal täglich eine 1/2 Tablette umgestellt. Der HbA1c der Patientin lag weiterhin bei 8,2%. Danach erfolgte eine Umstellung auf Metformin[1] 2 x 1000 mg täglich.
Ergebnis
Ergebnis
Zwölf Wochen nach Umstellung auf Metformin 1000 mg zweimal täglich sank der HbA1c auf 7,1%. Gleichzeitig meldete die Patientin ein gutes Allgemeinbefinden.
Individuelle Dosistitration: Zielwerte der Leitlinien sind erreichbar
Individuelle Dosistitration: Zielwerte der Leitlinien sind erreichbar
Dieser Fall aus der Praxis zeigt, dass eine Optimierung der Tagesdosis von Metformin 1000 mg von großer Bedeutung ist, um eine möglichst effektive Blutzucker- und HbA1c-Senkung zu erzielen. Im Vergleich zu niedrigeren Dosierungen senkte eine Tagesdosis von 2000 mg Metformin den HbA1c-Wert signifikant besser und normalisierte den Blutzucker wirksamer, womit sich das Therapieziel eines Nüchtern-Blutzuckers von < 110 mg und eines HbA1c-Wertes von möglichst unter 7% am ehesten erreichen lässt.
Ergänzend ist festzustellen, dass bei Patienten wie in diesem Fall beschrieben eine weitere Dosistitration von Metformin1 auf zum Beispiel 3 x 1000 mg pro Tag im zulassungsgemäßen Rahmen zu einer weiteren Absenkung von Nüchternblutzucker und HbA1c-Wert führen kann. Dies erfolgt bei guter Verträglichkeit, sodass bei dem individuellen Patienten die in den Leitlinien vorgegebenen Zielwerte für Blutzucker und HbA1c-Wert erreicht werden können.
Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, München
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Quelle: Kasuistik der Merck Pharma GmbH, Darmstadt.