Der Michael J Fox Biomarker Award wurde für das Projekt "Specifity and Sensitivity of Transcranial Ultrasound as Biomarker in Parkinson`s Disease" an Daniela Berg vergeben.
PD Dr. Daniela Berg, Tübingen
Daniela Berg hat ihre Weiterbildung zur Neurologin an der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg erhalten und arbeitet seit 2001 am Institut für Medizinische Genetik der Universität Tübingen. Seit 2003 leitet sie dort die Parkinsonambulanz. 2004 hat sie sich über Echogenitätsveränderungen der Substantia nigra bei der Parkinsonerkrankung habilitiert. Die Förderung mit dem hochdotierten Michael J Fox[1] Biomarker Award ist für PD Dr. Daniela Berg, die übrigens DEGUM-Mitglied ist, eine außerordentliche Anerkennung für ihre sonographischen Arbeiten zum Morbus Parkinson.
a. Platzierung der transkraniellen Ultraschallsonde über dem temporalen Schallfenster, um die Schallebene für die Parkinsonerkrankung darzustellen (rote Linie).
b. Schmetterlingsförmiger hypoechogener Hirnstamm einer Kontrollperson in dieser Untersuchungsebene.
c. Hyperechogenität im anatomischen Bereich der Substantia nigra (Pfeile). Die Ausprägung der Echogenität wird durch planimetrische Messung bestimmt (*Aquädukt).
Mittels transkranieller Sonographie (TCS) konnte die Gruppe von Berg, HIH, und Becker, Homburg, erstmals ein typisches Merkmal der Parkinsonerkrankung (PE) mit einer strukturell bildgebenden Methode nachweisen: Ca. 90% der Parkinsonpatienten zeigen eine vermehrte Echogenität der Substantia nigra, dem Gebiet in dem der Verlust dopaminerger Nervenzellen für eine Vielzahl der motorischen Symptome verantwortlich ist.
Erste Untersuchungen zeigen, dass mit Hilfe dieses Merkmales die PE von atypischen Parkinsonsyndromen unterschieden werden kann. Die Ergebnisse von Berg und Becker wurden von mehreren unabhängigen Gruppen bestätigt. Um die Vorhersagekraft der Methode zu bestimmten ermöglicht die Michael J. Fox Foundation nun durch einen großzügigen Biomarker Award über mehr als 105 000 US $ zwei prospektive Studien: In einer ersten soll die diagnostische Aussagekraft des Merkmales bei Patienten mit PE gegenüber Gesunden in einer zweiten bei Parkinsonpatienten gegenüber Patienten mit atypischen Parkinsonsyndromen bestimmt werden.
Der Beweis der Wertigkeit der Methode ist sehr bedeutsam, da Daniela Berg nachweisen konnte, dass Gesunde mit diesem Ultraschallmerkmal möglicherweise empfindlich für eine Störung des bei der Parkinsonerkrankung betroffenen Überträgerstoffsystems sind Einige davon entwickeln u.U. sogar eine Parkinsonerkrankung.
Sollte sich die Methode als valide erweisen, könnte die TCS daher als allerorts einsetzbare, nebenwirkungsfreie und kostengünstige Methode für die Diagnostik der PE eingesetzt werden. Bei hoher prädiktiver Aussagekraft könnte die Untersuchung darüber hinaus als einfache Screening-Untersuchung für die Veranlagung für eine erhöhte Empfindlichkeit des beim MP betroffenen Überträgersystems verwendet werden, was eine großen Einfluss auf die Entwicklung nervenzellschätzender Strategien in der Zukunft haben kann.